COVID-19-Impfung

FAQ für niedergelassene Ärzte

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Organisation der Impfung in den Praxen. Bitte beachten Sie, dass es in einigen Fällen regionale Abweichungen geben kann. Fragen Sie im Zweifel Ihre KV.

Wenn Ihre Frage hier noch nicht beantwortet wird, wenden Sie sich an unsere Rechtsberatung unter 030 / 28 87 74 - 125 bzw. recht@virchowbund.de. Nutzen Sie auch die PraxisNachrichten der KBV.

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Impfstoffe und Impfzubehör

Mit welchem Impfstoff und in welchem Abstand soll die Zweitimpfung erfolgen?

Die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson sind nur für Personen ab 60 Jahren von der STIKO empfohlen. Die Impfung von jüngeren Personen nach spezieller Aufklärung ist aber möglich. Der Gesetzgeber übernimmt die Haftung für eventuell auftretende Impfschäden wie z. B. Hirnvenenthrombosen.

Nach aktuellen Studienergebnissen ist die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach homologer Vaxzevria-Impfserie (2 Impfstoffdosen Vaxzevria) deutlich überlegen. Die STIKO empfielhlt seit 8.7.2021 für Personen, die Vaxzevria als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur 1. Impstoffdosis.

Der Einsatz von Vaxzevria als zweimalige Impfung und der COVID-19 Vaccine Janssen ist bei < 60-Jährigen zulassungskonform und nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person unverändert möglich.

Von der STIKO empfohlene Impfabstände:

ImpfstoffImpfabstand
Comirnaty (BioNTech/Pfizer)3-6 Wochen
Spikevax (Moderna)4-6 Wochen
Vaxzevria (AstraZeneca)9-12 Wochen
Heterologes Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff)ab 4 Wochen
Genesene6 Monate nach der Infektion;
ggfs. bereits ab 4 Wochen nach Symptomende zum Schutz vor Virusvarianten mit immune escape

 

Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Wie impfe ich Patienten, die ihre erste Imfpung im Ausland z. B. mit Sputnik oder Sinovac erhalten haben?

Bieten Sie Impflingen, die im Ausland mit Impfstoffen geimpft wurden, die in Deutschland nicht zugelassen sind (z. B. Sputnik oder Sinovac), eine neue Impfserie bestehend aus Erst- und Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff an. Klären Sie den Impfling unbedingt über mögliche verstärkte Impfreaktionen auf

Wo erhalte ich Informationen zu den Impfstoffen?

Steckbriefe der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, AstraZeneca und Johnson & Johnson können Sie auf dieser Seite unter Downloads herunterladen. Sie finden dort auch die Rote-Hand-Briefe des Paul-Ehrlich-Instituts zu den Vektor-Impfstoffen.

BioNTech bietet Webinare für Praxisärzte an. Das Themen-Spektrum reicht vom logistischen Ablauf über die Wirkweise des mRNA-Impfstoffes bis hin zur Anwendung, der Kommunikation mit den Patienten und aktuellen Studiendaten. Übersicht über Themen und Termine

Wie lagere und handhabe ich den Impfstoff?

Die COVID-19-Impfstoffe sind unter kontinuierlicher Überwachung lichtgeschützt und ungeöffnet im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C zu lagern.

 

Der Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer ist aufgetaut und ungeöffnet bis zu 31 Tage im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C haltbar. (inklusive Zeit für Auftauen und Transport). Bei Raumtemperatur bis 30 ° Celsius hält der Impfstoff zwei Stunden. Mit der Lieferung des Impfstoffs wird ein Begleitdokument ausgehändigt, auf dem der Auftauzeitpunkt und das damit zusammenhängende Ende der Haltbarkeit vermerkt ist. Der mit NaCl zu verdünnende Impfstoff ist ab der Rekonstitution bis zu sechs Stunden bei 2 bis 30 ° C haltbar.

Ein vorsichtiger Transport des Impfstoffs ist möglich, Erschütterungen sind aber unbedingt zu vermeiden. Schnipsen und aspirieren Sie nicht.

 

Die Haltbarkeit der COVID-19-Vaccine AstraZeneca beträgt ungeöffnet 6 Monate im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C, geöffnet nach Entnahme der ersten Dosis aus dem Mehrdosenbehältnis nicht mehr als 48 Stunden im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C. Innerhalb dieses Zeitraums kann der Impfstoff bei bis zu 30 °C für bis zu sechs Stunden gelagert und angewendet werden. Danach muss der Impfstoff verworfen werden.

 

Details zur Aufbereitung und Handhabung des jeweiligen Impfstoffes entnehmen Sie bitte den Steckbriefen, die Sie unter Downloads herunterladen können.

Wie bestelle ich den Impfstoff? Wie und wann wird er geliefert?

Impfstoff bestellen Sie – wie bei anderen Schutzimpfungen auch – ausschließlich bei der Sie primär beliefernden Apotheke über das Muster 16. Die Praxen werden einmal wöchentlich über den Großhandel durch die Apotheken mit Impfstoffen beliefert. Zusammen mit dem Impfstoff wird das jeweilige Impfzubehör (Spritzen, Kanülen, ggf. NaCl-Lösung) in entsprechender Anzahl von der Apotheke mitgeliefert. Die Bestellung des Impfstoffs muss immer 14 Tage im Voraus bis spätestens Dienstag, 12 Uhr, in der Apotheke eingehen. Sie bestellen also nach Bedarf für die übernächste Woche.

 

Das schreiben Sie auf das Formular 16

Beispiel: Bestellung für Erst- und Zweitimpfungen

„50 COVID-19-Impfstoffdosen plus erforderliches Impfzubehör, davon 18 Impfstoffdosen Comirnaty BioNTech/Pfizer und 10 Impfstoffdosen COVID-19-Vaccine AstraZeneca für Zweitimpfungen“

 

Ausführliche Informationen zum Bestell- und Lieferprozess finden Sie im Dokument „Bestellung und Vorbereitung“, das Sie im Bereich Downloads herunterladen können.

Wie erhalte ich das Zubehör (Nadeln, Spritzen, Kanülen etc.)?

Sie erhalten Spritzen, Kanülen sowie ggf. NaCl-Lösung zusammen mit dem Impfstoff von der Apotheke. Bei der Belieferung wird ein Puffer von 20 Prozent berücksichtigt. Die „Übersicht Impfzubehör“ können Sie auf dieser Seite unter Downloads herunterladen.

Kann ich Impfstoff zurückgeben oder an andere Praxen weiterreichen bevor er abläuft?

Ja, niedergelassene Ärzte dürfen Restbestände an nicht verbrauchten Impfstoffdosen an nahe gelegene Abnehmer weitergeben:

  • Arztpraxen
  • Betriebsärzte und betriebsärztliche Dienste
  • Impfzentren und angegliederte mobile Impfteams

Sie müssen dabei sicherstellen, dass die Impfstoffe zulassungskonform gelagert und transportiert werden. Details zur Lagerung der Impfstoffe finden Sie in den Fachinformationen unter Downloads.

Praxisabläufe

Wer soll eine dritte Impfung als Auffrischungsimpfung erhalten?

Die Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit sieht für die Auffrischimpfungen keine Einschränkungen auf bestimmte Gruppen vor.

Genesenen, die mit einem Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, soll für die Auffrischungsimpfung ein mRNA-Impfstoff angeboten werden.

Der Mindestabstand zur ersten Impfserie beträgt sechs Monate. Eine STIKO-Empfehlung wird noch im September 2021 erwartet.

Zur Abrechnung werden die bereits bekannten Pseudoziffern ergänzt:

  • allgemeine Auffrischimpfung: „R“
  • Auffrischimpfung bei Pflegeheimbewohnern: „K“
  • berufliche Indikation: „X“

Auch die Boosterimpfung wird mit 20 Euro vergütet.

Wie soll ich die Impftermine organisieren?

Das bleibt Ihnen überlassen. Sie können z. B. Impfsprechstunden oder Impfnachmittage einrichten. Planen Sie flexibel, solange der Impfstoff knapp ist. 

Planen Sie die Folgeimpfungen möglichst frühzeitig ein, sodass Sie ausreichend Kapazitäten haben. Wenn Sie eine digitale Terminvergabe nutzen, ist diese Funktion oft schon automatisch integriert.

Das Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) stellt allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine Impf-Anwendung zur Verfügung. Sie hilft die Impf-Abläufe zu vereinfachen und die Verweildauer in der Praxis zu verkürzen. Auch die Möglichkeit zur Meldung von Nebenwirkungen ist integriert.

Kann ich die Impfung an meine MFA delegieren?

Ja, auch nichtärztliche Mitarbeiter dürfen impfen, wenn sie nachweislich dazu qualifiziert und geschult wurden. Als delegierender Arzt müssen Sie sich von dierser Qualifikation überzeugen und in unmittelbarer Nähe aufhalten. Der Facharztstandrad muss immer gewahrt bleiben.

Impfanamnese und -aufklärung sind nicht delegierbar. Erfahren Sie hier mehr zur Delegation.

Wer haftet für Impfschäden?

Für die Corona-Schutzimpfung gelten dieselben Haftungsregeln wie z. B. bei der jährlichen Grippeimpfung. Als impfender Arzt bzw. impfende Ärztin müssen Sie die üblichen ärztlichen Sorgfalts- und Aufklärungspflichten erfüllen.

Der Behandlungsvertrag sieht eine Behandlung nach den zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden, allgemein anerkannten fachlichen Standards vor. Dazu gehört auch die umfassende Aufklärung zu möglichen erwünschten und unerwünschten Reaktionen auf den Impfstoff sowie zu Kontraindikationen.

Wer also nach den aktuellen Empfehlungen der STIKO gegen COVID-19 impft und aufklärt, bewegt sich üblicherweise innerhalb dieses Standards.

Mehr zum Thema Haftung beim Impfen in der Arztpraxis und im Impfzentrum lesen Sie im Praxisärzte-Blog.

Aufklärung

Wie soll ich Patienten zur Corona-Impfung aufklären?

Sie sind verpflichtet, die zu impfende Person oder den Sorgeberechtigten über die Vorteile und Risiken vorab zu informieren. Bei der COVID-19-Schutzimpfung ist das nicht anders als bei anderen Schutzimpfungen. Besondere Maßnahmen sind nicht erforderlich. Halten Sie sich für Erst- und Zweitimpfung an dieses Vorgehen:
 
1. Aufklärungsmerkblatt aushändigen

Die Aufklärung über die Corona-Schutzimpfung erfolgt vor der ersten Impfung. Nutzen Sie die bundesweit einheitlichen Aufklärungsmerkblätter des RKI in mehreren Sprachen.

Für die Aufklärung von Patienten mit nicht-deutscher Muttersprache können Sie die Rescue-Impf-App nutzen. Sie ermöglicht eine rechtssichere Aufklärung und Anamneseerhebung in 35 Sprachen einschließlich Gebärdensprache. (Zur App für Google und Apple).

2. Aufklärungsgespräch anbieten

Ein Aufklärungsgespräch ist nicht zwingend erforderlich, aber anzubieten.

3. Impffähigkeit feststellen

Eine Anamnese ist nur dann erforderlich, wenn Sie die Person nicht kennen, weil sie zum ersten Mal Ihre Praxis aufsucht. Hierfür können Sie den Anamnesebogen des RKI nutzen.

Bei bekannten Patienten muss die Impffähigkeit zumindest im Hinblick auf akute Infektionen etc. geprüft werden.

4. Einwilligung einholen

Dokumentieren Sie in der Patientenakte, dass Sie die zu impfende Person aufgeklärt haben und die Person eingewilligt hat. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Sie können dazu das Aufklärungsmerkblatt des RKI für eine Einwilligungserklärung verwenden. Auch eine formlose Einwilligungserklärung ist möglich.

Welche schweren Nebenwirkungen der Impfung sind bekannt?

Bei den Vektor-Impfstoffen Vaxzevria und COVID-19-Impfstoff Janssen sind u. a. ein Thrombosen-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) sehr selten als schwerwiegende Nebenwirkung bekannt. Die meisten bisher berichteten TTS-Fälle traten innerhalb von drei Wochen nach Impfung auf. Bislang konnten keine spezifischen Risikofaktoren für die Entstehung von TTS identifiziert werden. TTS ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in einigen Fällen tödlich verlief. Daher ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig.

Sehr selten wurden Fälle einer Myokarditis und Perikarditis nach Impfung mit Comirnaty und Spikevax beobachtet. Nach den bis zum 30.6.2021 vorliegenden Daten sind vor allem junge Männer nach Gabe der zweiten Dosis betroffen, typischerweise innerhalb von 14 Tagen.

Es sind mehr Fälle eines Guillain-Barré-Syndroms (GBS) nach Vaxzevria in Deutschland gemeldet worden, als aufgrund der Anzahl geimpfter Personen zufällig erwartet würde.

Anaphylaktische Reaktionen wurden sehr selten nach Impfung sowohl mit den mRNA- als auch mit den Vektorimpfstoffen berichtet.

Nähere Informationen dazu finden Sie laufend aktualisiert beim Paul-Ehrlich-Institut.

Kann ich Kinder und Jugendliche impfen?

Die STIKO empfiehlt bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung eine Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer). Der Einsatz von Comirnaty bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 – 17 Jahren ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich. Die Empfehlung und Begründung der STIKO im Volltext finden Sie unter Downloads.

Diese Vorerkrankungen begründen laut STIKO ein erhöhtes Risiko:

  • Adipositas (> 97. Perzentile des Body Mass Index )
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung < 80 %)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • nicht gut eingestellter Diabetes mellitus mit HbA1c-Werten > 9,0 %

Zusätzlich wird die Impfung Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z. B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie).

Minderjährige können nur dann selbst in die Impfung einwilligen, wenn sie nach ihrer "geistigen und sittlichen Reife die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs und seiner Gestattung" ermessen können (BGH, Urteil vom 5.12.1958; Az.: VI ZR 266/57). Andernfalls müssen Sie die Einwilligung eines hierzu Berechtige“ einholen – im Regelfall der gemeinsam sorgeberechtigten Eltern. Diese müssen Sie aufklären, während Sie den Minderjährigen nur die wesentlichen Umstände entsprechend ihres Entwicklungsstandes erläutern müssen. Sind die Sorgeberechtigten sich uneinig, können Sie sich an jenes Elternteil halten, das den STIKO-Empfehlungen folgt, sofern keine besonderen Impfrisiken bestehen. So hat der BGH in Bezug auf Standard-Schutzimpfungen geurteilt (Beschluss vom 3.5.2017, Az.: XII ZB 157/16).

Welcher Abstand zu anderen Impfungen oder einer Narkose ist empfehlenswert?

Die COVID-19-Impfung und Totimpfstoffe beispielsweise gegen Influenza können ab sofort am selben Tag gegeben werden. Injizieren Sie in unterschiedliche Gliedmaßen.

Die vorherige Empfehlung (Mindestabstand von 14 Tagen) war eine Vorsichtsmaßnahme. Unveröffentlichte Daten aus dem Vereinigten Königreich zeigten jedoch keine erhöhte Reaktogenität bei gleichzeitiger Anwendung.

Wie kann nach einer COVID-19-Infektion geimpft werden?

6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung sollte eine COVID-19-Impfung durchgeführt werden. Die Gabe einer Impfstoffdosis ist jedoch bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose bzw. dem Ende der COVID-19-Symptome möglich. Als Nachweis gilt der direkte Erregernachweis mittels PCR. Auch wenn mehr als 6 Monate seit der Diagnosestellung vergangen sind, reicht eine Impfstoffdosis zur vollständigen Grundimmunisierung aus.

Bei einer anamnestisch angegebenen Infektion mit typischen Symptomen und unsicherem Antikörper-Nachweis können Sie die vollständige Impfung mit zwei Dosen im zugelassenen Abstand durchführen.

Es besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder (unerkannt) durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen. Bei Personen mit durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion kann es nach Impfung zu vorübergehenden verstärkten systemischen Reaktionen kommen. Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es aber keinen Hinweis darauf, dass die Impfung in diesen Fällen eine relevante Gefährdung darstellt.

Dürfen Schwangere und Stillende geimpft werden?

Die Ständige Impfkommission am RKI empfiehlt jetzt die COVID - 19 Impfung für Schwangere ab dem zweiten Trimenon der Schwangerschaft. Auch Stillende dürfen Geimpft werden. Bisher wurde die Impfung nur Schwangeren mit besonderem Risiko empfohlen.

Welche Kontraindikationen gibt es?

Die vollständige Übersicht der Kontrainditkationen entnehmen Sie bitte der Fachinformation, die Sie am Seitenende als PDF herunterladen können.

Immunsupprimierte und Patienten mit onkologischen Erkrankungen können geimpft werden. Eine laufende medikamentöse Therapie bei Tumorerkrankung, entzündlich rheumatischer oder immunologischer Erkrankung stellt keine Kontraindikation für eine Impfung dar.

Impflinge mit nachgewiesener PCR-positiver Corona-Infektion sollten ca. 6 Monate nach Infektionsdiagnose geimpft werden. Sie erhalten nur eine einzige Impfdosis.

Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) besteht in der EU nach derzeitigem Kenntnisstand keine Kontraindikation bei der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen und der Astrazeneca-Vakzine für Allergiker oder Menschen mit Anaphylaxien in der Vorgeschichte.

Absolut kontraindiziert ist eine Impfung bei:

  • bekannter Allergie auf Inhaltsstoffe der COVID-19-Impfstoffe (z.B. Polyethylenglykol, Makrogol, Polysorbat etc.)
  • einer allergischen Reaktion auf die erste Dosis

Daher sollte stets – auch vor der zweiten Dosis – eine ausführliche Anamnese erhoben werden.

Welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich bei Antikoagulation treffen?

  • 23G bis 25G-Kanüle benutzen
  • mindestens 2 Minuten drücken
  • 30 Minuten überwachen

Wo injiziere ich, wenn eine Injektion in den m. deltoideus nicht möglich ist?

Injizieren Sie in den m. vastus lateralis.

Dokumentation und Abrechnung

Wie stelle ich das Impfzertifikat aus?

Das Impfzertifikat können Sie direkt aus Ihrem PVS erstellen, sobald Ihr PVS-Anbieter das Update dafür zur Verfügung stellt. Sie können aber auch die Web-Anwendung des RKI nutzen. Eine Anleitung finden Sie am Seitenende unter Downloads.

Voraussetzung für das Ausstellen eines Genesenenzertifikats ist ein positives PCR-Test-Ergebnis, das mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate alt ist.

Hier finden Sie Details zur Abrechnung und Vergütung des Impfzertifikats

Wie wird die Impfung abgerechnet und vergütet?

Sie erhalten pro

  • Impfung: 20 Euro
  • Ausschließlicher Impfberatung: 10 Euro
  • Hausbesuch: 35 Euro + Impfung
  • Mitbesuch: 15 Euro + Impfung
  • Priorisierungszeugnis: 5 Euro + 90 Cent Porto
  • Impfzertifikat / Genesenenzertifikat: 2 Euro (via PVS) bzw. 6 Euro (via Webanwendung des RKI) bzw. 18 Euro (Impfung in fremder Praxis)

 

Pro Impfstoff gibt es eine Pseudoziffer:

  • 88331 für BioNTech/Pfizer
  • 88332 für Moderna
  • 88333 für AstraZeneca
  • 88334 für Johnson & Johnson
     

Diese Pseudoziffern werden jeweils um Buchstaben (Suffixe) für die Impfindikation ergänzt, wobei der erste Buchstabe für die Erst-Impfung und der zweite Buchstabe für die Zweit-Impfung steht:

  • A/B = Indikation „Allgemein“
  • V/W = Indikation „Beruf“
  • G/H = Indikation „Pflegeheimbewohner/in“
     

Die Impfung wird mit ICD-10-Code U11.9 kodiert. Auch Nicht-GKV Versicherte werden über die KV abgerechnet.

Eine grafische Übersicht der Pseudoziffern und Vergütung können Sie im Bereich Downloads herunterladen.

Wie wird das Impfzertifikat abgerechnet und vergütet?

Die Vergütung für das Impfzertifikat / Genesenenzertifikat richtet sich danach, wie es erstellt wurde:

  • 2 Euro via PVS
  • 6 Euro via Webanwendung des RKI
  • 18 Euro wenn die Impfung in einer fremden Praxis vorgenommen wurde

 

Zur Abrechnung gibt es diese Pseudoziffern:

  • 88370 Ausstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats
  • 88371 Ausstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats – automatisiert mit Hilfe des PVS-Systems

 

Wenn Sie nur das Impfzertifikat ausstellen ohne eine Impfung abzurechnen, können Sie (falls nötig) diesen ICD-10-GM-Code verwenden:

  • Z02 Untersuchung und Konsultation aus administrativen Gründen

Wie muss ich Impfungen dokumentieren?

Schritt 1: Täglich über das Impf-Doku-Portal

Melden Sie täglich die Anzahl der

  • Erstimpfungen je Impfstoff
  • Zweitimpfungen je Impfstoff
  • über 60-Jährigen und unter 18-Jährigen je Erst- und Zweitimpfung
     

Schritt 2: Quartalsweise Dokumentation über die Abrechnung

Melden Sie quartalsweise die

  • Impfindikation über die Pseudoziffern
  • Chargennummer (KVDT-​Feld 5010-​Chargennummer)
     

Die Meldung an das Robert Koch-Institut (RKI) übernehmen die KVen.

Anleitung zum Impf-DokuPortal


Dokumentation im Impfausweis und Impfzertifikat

Die Impfung wird wie gehabt im Impfausweis dokumentiert. Personen ohne Impfausweis können eine Ersatzbescheinigung zur COVID-19-Schutzimpfung erhalten. Das Impfzertifikat für den europäischen Impfausweis können Sie ab Ende Juni per Knopfdruck aus Ihrem PVS erzeugen.

Wie können Privatärzte an der Impfkampagne teilnehmen?

So gehen Sie vor, wenn Sie als Privatarzt impfen möchten:

  1. Formular der jeweiligen Landesärztekammer zur Authentifizierung als niedergelassen tätiger Privatarzt anfordern, ausfüllen und bestätigen lassen
  2. mit bestätigtem Formular, Arztausweis & Personalausweis im PVS-Impfportal registrieren
  3. in Apotheken Impfstoff ordern
  4. erfolgte Impfungen tagesaktuell im PVS-Impfportal erfassen
  5. monatlich oder quartalsweise über KV abrechnen (direkt oder z.B. über die PVS)

Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Dokument "Privatarztpraxen - Infos zum Impfstart" am Seitenende in den Downloads.

Wie rechne ich die COVID-Impfung bei Privatpatienten ab?

Über die KV und dieselben Ziffern wie bei GKV-Patienten.

Wie melde ich Nebenwirkungen bzw. Impfschäden?

Impfenebenwirkungen sind immer meldepflichtig. Nebenwirkungen bzw. Verdachtsfälle melden Sie an das Paul-Ehrlich-Institut sowie an Ihr örtliches Gesundheitsamt. Kodieren Sie U12.9 für unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung.

Apps zur Meldung von Nebenwirkungen haben das Paul-Ehrlich-Institut und das Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung entwickelt.

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