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Aktuelles

Diagnoseschlüssel ICD 10 nicht brauchbar

29. Februar 2000 - Der Diagnoseschlüssel ICD 10 in der vorliegenden Form ist weder praktikabel noch funktionsfähig. Diese vernichtende Kritik erhob heute der Bundesvorstand des NAV-Virchowbundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, und forderte die sofortige Aussetzung der ICD 10, bis eine ausgereifte Fassung vorliege.

Der Bundesvorstand des NAV-Virchowbundes wies nach der zweimonatigen Arbeit seit Inkrafttreten darauf hin, dass in der ICD 10 wichtige Diagnosen fehlten, die nicht verschlüsselt werden könnten. So seien zum Beispiel in der Gynäkologie keine Diagnosen für vorzeitige Wehen, Zervixinsuffiziens und drohende Fehlgeburt, drei der Haupterkrankungen in der Schwangerschaft, enthalten. Für die übrigen Fachgebiete in der Medizin gelte das Gleiche. Diese fehlenden Diagnosen führten dazu, dass die Erkrankungen der Patienten in der Verschlüsselung nicht mehr wieder zu finden seien.

Das Ziel, mit diesen Daten epidemiologische Forschung zu betreiben, werde angesichts der Funktionsunfähigkeit der ICD 10 ad absurdum geführt, erklärte der Bundesvorstand des NAV-Virchowbundes. Hinzu komme, dass die Krankassen nach eigenen Angaben nicht in der Lage seien und sich auch nicht darauf vorbereitet hätten, mit den verschlüsselten Diagnosen umzugehen. Dies machten auch die ständigen Rückfragen der Kassenmitarbeiter bei den Vertragsärzten nach Entschlüsselung der Diagnosen deutlich. Unter diesen Umständen sei es für die niedergelassenen Ärzte unzumutbar, mit dieser zeitaufwändigen und unpraktikablen Diagnoseverschlüsselung weiterzuarbeiten.

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