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Diesease-Management-Programme und ausufernde Bürokratie

Köln, 08. August 2002 - Aus gutem Grund würden die per Rechtsverordnung in das Gesundheitssystem geboxten Krankheiten-Steuerungs-Programme (DMPs) von der niedergelassenen Ärzteschaft abgelehnt, erklärte Dr. Martin Junker, stellvertretender Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, Verband der niedergelassenen Ärzte. Die Empörung der Bundesgesundheitsministerin Schmidt über die Ablehnung und Information der Patienten wies er als Wahlkampf-Rhetorik zurück.

Wer es mit Transparenz im Gesundheitswesen ernst meine, habe gerade die Patienten vor einer freiwilligen Teilnahme an den DMPs auch vollständig aufzuklären.

Man müsse schon vermuten, dass hinter dieser „Gier nach Daten“, wie es der NAV-Virchow-Bund schon genannt hatte, eine gigantische ABM-Maßnahme stecke. Mittlerweile beschäftigen die Krankenkassen genauso viele Angestellten, bezahlt von Mitgliedsbeiträgen, wie es Ärzte gebe. Dies sei eine unvorstellbare Bürokratie „Dazu stellt sich die Frage,“ so Dr. Junker, „wer dem Kranken denn mehr Nutzen oder gar Heilung bringe.“ Wenn man alle Verwaltungsausgaben der am Gesundheitswesen Beteiligten zusammenrechne, verursachten diese ca. 70 % der gesamten Gesundheitsausgaben. Dies bedeute, jeder Bürger bekomme von einem Euro Mitgliedsbeitrag nur dreißig Cent für seine Krankheit wieder.

Übereinstimmend mit vielen Vertretern aus der Politik und auch den Krankenkassen, außer den Geldempfängern AOK und BEK, werde diese Bürokratie-Ausgabenschraube um ein Vielfaches nachgedreht. Die Qualität der medizinischen Versorgung werde bei gleich bleibender Ausgabenbegrenzung aber logischerweise dadurch nicht verbessert. Der Vorwurf von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an ärztliche Verbände, sie betrieben „verantwortungsloser Umgang mit den Sorgen der Menschen um ihre Gesundheit“, treffe vielmehr auf die derzeitige Politik und manchen Krankenkassenfunktionären zu. Das zeige der immer noch hemmungslose Griff in die Taschen der Versicherten für Staatsaufgaben („Verschiebebahnhof“), den sogar die Kassen mit etwa 3,5 Milliarden pro Jahr beziffern, sagte Dr. Junker.

„Cetero censeo ...“ - die DMPs in der Form der vorliegenden, ministeriellen Rechtsverordnung sind nur ein Wahlprogramm und als Ausdruck der Ohnmacht der Krankenkassen, ihre eigenen Hausaufgaben zu machen, abzulehnen. Sie müssen durch echte Qualitätsprogramme ersetzt werden.“

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