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Aktuelles

Disease-Management-Programme und Qualität: Patienten 1. und 2. Klasse?

Köln, 15. August 2002 - Die als Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit vorliegenden Krankheits-Steuerungs-Programme (DMP's) für Diabetes mellitus und Brustkrebs sind als qualitätsverbessernde Maßnahmen ungenügend und entsprechen nicht dem derzeitigen Stand der Wissenschaft, erklärte der stellvertretende Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Martin Junker.

Es sei unglaublich, wie ungerührt das Ministerium in Bonn anlässlich der Anhörung zur Rechtsverordnung im Juni d.J. die geballten Einsprüche und Besorgnisse von medizinischen Fachgesellschaften, Ärzteverbänden, Patienten-Vertretern und Selbsthilfegruppen ignoriert habe. Die anschließend erlassene Rechtsverordnung liefere "eine vorgetäuschte Qualitätsnorm, die den 70er Jahren entspricht", war der allgemeine Tenor. Auch den weniger kundigen, betroffenen Patienten könne man das schlecht als verbesserte Qualität verkaufen, da er bereits schon jetzt in der Regel nach einem höheren Standard behandelt werde. "Es ist schon seltsam," sagte damals Dr. Junker in Bonn, "dass selbst bei intensiven Rückfragen weder die Krankenkassen noch der Koordinierungssausschuss unter der Leitung von Karl Jung konkrete Quellenangaben machen können, wonach sich die Programme ableiten sollen." Es sei dem Patienten aber nicht zuzumuten, dass solch wichtige Programme, ähnlich wie das Fallpauschalengesetz (DRG) für die Krankenhäuser, völlig unerprobt für deutsche Verhältnisse hier übernommen werden sollen, dazu in einem die Bürokratie überbordendem Gesetzesrahmen.

Es lasse sich auch nicht mit dem ärztlichen Ethos und der Auffassung der Qualität ärztlicher Leistungen vereinbaren, dass die Patienten, die nicht an den Programmen teilnehmen wollten, aus welchen Gründen auch immer, eine andere (oder schlechtere?) Behandlung erfahren sollten als die Eingeschriebenen. Auch die Patienten mit anderen Erkrankungen würden den Kürzeren ziehen. "Wir wollen keine Patienten erster und zweiter Klasse" unterstrich Dr. Junker.

"Ceterum censeo ..." - die derzeitigen Desease-Management-Programme sind nach der Meinung der Ärzteschaft für eine wirkliche Verbesserung der Versorgung ungeeignet und müssen überarbeitet werden.

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