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DRAMATISCHER ARZTMANGEL DURCH BUDGETIERUNG UND ÜBERBÜROKRATISIERUNG: ARZTBERUF MUSS WIEDER PERSPEKTIVE HABEN

27. September 2005 - eur Berlin, 27. September 2005 – Zu den heute vorgestellten Arztzahlen und dem sich abzeichnenden dramatischen Ärztemangel erklärt Dr. Hans-Martin Hübner, der Stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, NAV-Virchow-Bund:
„Der Ärztemangel von heute und morgen ist das Ergebnis einer jahrelangen Budgetierungspolitik und Überbürokratisierung im Bereich der ambulanten Versorgung. Das System der gesetzlichen Krankenversicherung wurde über Jahre auf Kosten der ambulanten Versorgung stabil gehalten. Dadurch und durch eine absurde überbordende Bürokratie wurde in Kauf genommen, dass es heute immer weniger eine Perspektive mehr für Ärzte ist, sich niederzulassen.

eur Berlin, 27. September 2005 – Zu den heute vorgestellten Arztzahlen und dem sich abzeichnenden dramatischen Ärztemangel erklärt Dr. Hans-Martin Hübner, der Stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, NAV-Virchow-Bund:

„Der Ärztemangel von heute und morgen ist das Ergebnis einer jahrelangen Budgetierungspolitik und Überbürokratisierung im Bereich der ambulanten Versorgung. Das System der gesetzlichen Krankenversicherung wurde über Jahre auf Kosten der ambulanten Versorgung stabil gehalten. Dadurch und durch eine absurde überbordende Bürokratie wurde in Kauf genommen, dass es heute immer weniger eine Perspektive mehr für Ärzte ist, sich niederzulassen.

So sanken die Arztumsätze aus vertragsärztlicher Tätigkeit im Zeitraum von 1992 bis 2001 um 1,9 Prozent, während die Löhne und Gehälter im selben Zeitraum um 18,7 Prozent gestiegen sind. Analog dazu stiegen die Kosten für die ärztlichen Praxen in mindestens derselben Höhe. Im selben Zeitraum stieg aber auch die Zahl der niedergelassenen Ärzte, die an der ambulan-ten Gesamtvergütung teilhaben um rund 11.000 (plus 10 Prozent) und es stieg demographiebedingt die Zahl der kranken Menschen.
Im vergangenen Jahr stagnierten die Ausgaben für die ambulante Versorgung im Westen, in den neuen Ländern ging sie um 3,4 Prozent zurück.

Der Anteil der ambulanten Versorgung an den Gesamtausgaben im Gesundheitswesen betrug vor zehn Jahren noch 23 Prozent, heute gerade noch 15 Prozent, Tendenz: fallend.

‚Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen für die vertragsärztliche Versorgung stiegen deutlich unterproportional zu den gesamten Leistungsausgaben und auch weitaus schwächer als die entsprechenden‘, befindet selbst der Sachverständigenrat für die Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen und dokumentiert damit, dass es den Kassenärztlichen Vereinigungen nicht gelungen ist, die ökonomischen Interessen des eigenen Klientels erfolgreich durchzusetzen.

Weitere Abstriche mussten die niedergelassenen Ärzte durch den Ein-Prozent-Abzug für die Integrierte Versorgung hinnehmen. Zudem fehlen durch die Auswirkungen von Hartz IV der vertragsärztlichen Versorgung in diesem Jahr zusätzlich 300 Millionen Euro durch die rund eine Million Menschen, die bislang über die Sozialhilfe krankenversichert waren und nun Arbeitslosengeld II empfangen und nun kostenlos familienversichert sind.

Auch die Bürokratie nimmt inzwischen rekordverdächtige Dimensionen ein: Ein normaler Kassenarzt muss sich in seiner Praxis tagtäglich mit sage und schreibe rund 60 Arten von Formularen auseinandersetzen. Jeder niedergelassene Arzt verbringt dafür nach Angaben der KBV rund 14 Stunden pro Woche.
Es ist höchste Zeit, zu handeln: Jetzt ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Pflicht, die Bürokratie nachhaltig abzubauen und feste Honorare zu vereinbaren, mit denen niedergelassene Ärzte wirtschaften können und angemessen vergütet werden.“

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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