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Hirngespinst „Überversorgung“: Radikalvorschläge verursachen Versorgungsmängel von morgen

Berlin, 10. August 2011 - „Wer vermeintliche Überversorgung in Ballungsräumen mit Zwangsaufkäufen von Praxen und Honorarverlusten bei Ärzten abbauen will, legt den Grundstein für die Unterversorgung von morgen“, erklärt der Bundesvorsitzende des Verbands der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich.

Stadtpraxen versorgen schon heute viele, oft ältere, Patienten aus dem Umland (© Alexander Raths - fotolia.com)

Die derzeitige Bedarfsplanung sei gerade deshalb in Überarbeitung, weil sie eben nicht mehr den tatsächlich bestehenden und zu erwartenden Bedarf an ambulanter medizinischer Versorgung widerspiegle. So werde sich die Versorgung die nächsten Jahrzehnte in Ballungsräumen konzentrieren, weil immer mehr ältere Menschen ihren Lebensabend in den Zentren verbringen wollen und dort die spezialisierte Medizin anzutreffen ist. „Praxen, die in so genannten überversorgten Bereichen existieren, arbeiten heute schon oftmals am Rande ihrer Kapazität und verzeichnen Wartezeiten bei nicht-akuten Fällen“, stellt der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes fest.

„Der Ärztemangel auf dem Land ist zudem nicht ohne Ärzte aus den Zentren zu beheben. Durch den Wegfall von Praxen in derzeit als überversorgt bezeichneten Gebieten, wird daher die Möglichkeit genommen, dass diese Ärzte eine angrenzende unterversorgte Region über mobile Versorgungskonzepte mitbetreuen. Daher müsste beim Aufkauf von Arztpraxen deren Bedeutung für die zukünftige Versorgung des Umlandes berücksichtigt werden“, fordert Dr. Heinrich.

Der Aufkauf von Arztsitzen könne daher nur die Ultima Ratio sein und nur vor Ort von der jeweiligen regionalen Kassenärztlichen Vereinigung in Alleinverantwortung durchgeführt werden. Dabei müsse der skurrile Nebeneffekt vermieden werden, dass durch einen Aufkauf von meist in besseren Wohnvierteln gelegenen Arztsitzen ein Schutzzaun für die dort verbleibenden Praxen gezogen wird. „Diese Praxen hätten dann quasi eine sogar noch verbesserte Umsatzgarantie zu Lasten der Versorgerpraxen in den sozialen Brennpunkten, die aufgrund fehlender Privatpatienten und miserabler GKV-Honorare jetzt schon in Existenznot stecken“, befürchtet Dr. Heinrich.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel "Genauere Bedarfsplanung kommt zu schrägem Resultat" (Ärztezeitung vom 15.08.2011). Hierin ist beschrieben, dass nach Berechnungen der KV Westfalen-Lippe bei einer Verfeinerung der Bedarfsplanung durch einen Demografiefaktor selbst derzeit als überversorgt geltende Bereiche zukünftig unterversorgt sein werden. Demzufolge bestehen zukünftig in bislang als überversorgt errechneten Gebieten zu wenige Arztsitze in einigen Facharztgruppen. Dies würde die Probleme der Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Sicherstellung nicht lindern, sondern verschlimmern.

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