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Impfstoff-Desaster schwerer Rückschlag für Prävention in Deutschland - Wirtschaftliches Denken siegt über Versorgungsverantwortung

Berlin, 26. Oktober 2012 - „Die Rückrufaktion zum Grippe-Impfstoff und die Rabattschlacht der Kassen um die günstigsten Impfstoffe sind ein schwerer Rückschlag für die Präventionsbemühungen in Deutschland“, erklärt der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, Dr. Dirk Heinrich.

Eigentlich beginnt die Impfsaison bereits im September (© Monkey Business - Fotolia.com)

„Deutschland ist heute schon im Vergleich der westlichen Industrienationen im hinteren Drittel bei der Durchimpfungsrate der Bevölkerung. Hier zeigt sich wieder einmal, wie die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens zu Lasten der Versorgungsverantwortung geht“, stellt Dr. Heinrich fest.

„Die Rückrufaktion zum Grippe-Impfstoff und die Rabattschlacht der Kassen um die günstigsten Impfstoffe sind ein schwerer Rückschlag für die Präventionsbemühungen in Deutschland“, erklärt der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, Dr. Dirk Heinrich.

Ohnehin sind seit etwa drei Jahren die Impfraten gegen die Influenza um rund 30 Prozent gesunken. Nachdem in diesem Jahr nun die Kassen erstmals für diese Impfsaison Grippeimpfstoffe für Hamburg, Schleswig-Holstein und Bayern ausgeschrieben haben und der Hersteller anschließend nicht ausreichend liefern konnte, kam es in den Arztpraxen zu Engpässen bei Grippeschutzimpfungen. Nun hat auch noch das Paul-Ehrlich-Institut einige Chargen des Impfmittelherstellers wegen möglicher Nebenwirkungen zurückgerufen. Andere Anbieter, die in der Ausschreibung unterlegen sind, haben ihre Produktionskapazitäten zurückgefahren und können nun nicht im ausreichenden Maße einspringen.

„Das ist ein schwerer Rückschlag für alle Bemühungen, die Impfraten in Deutschland zu steigern“, befürchtet Dr. Heinrich. „Deutschland ist heute schon im Vergleich der westlichen Industrienationen im hinteren Drittel bei der Durchimpfungsrate der Bevölkerung. Hier zeigt sich wieder einmal, wie die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens zu Lasten der Versorgungsverantwortung geht“, stellt Dr. Heinrich fest.

Dabei stünden insbesondere die Kassen in der Verantwortung: „Nur um Einsparungen zu erzielen, gefährden die Krankenkassen die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf fahrlässige Art und Weise. Zudem mischen sie sich mit Ihrer Vertragspolitik ungerechtfertigterweise in höchstem Maße in medizinische und ethische Standards ein“, verdeutlicht Dr. Heinrich.

In der Regel muss die Durchimpfung besonders bei älteren Menschen und chronisch Kranken im September schon beginnen, also rechtzeitig vor Beginn der Erkältungssaison. „Welche Auswirkungen das Impf-Chaos in diesem Jahr bei einer anstehenden Grippewelle bedeutet, werden wir erst noch erleben. Aber um ein Durcheinander wie in diesem Jahr zukünftig zu verhindern, fordern wir niedergelassenen Ärzte jetzt eine langfristig angelegte gemeinsame Impfoffensive von Ärzten und Krankenkassen. Schließlich tragen wir gemeinsam Verantwortung für Versorgung und Prävention“, so der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.

Der Virchowbund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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