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Landesstaatssekretärin Schäfer zu Gast bei Landeshauptversammlung

Saarbrücken, 15. November 2012 - Die neue Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes, Frau Gaby Schäfer, war Gast der Landeshauptversammlung der Landesgruppe Saarland des NAV-Virchow-Bundes am 7. November 2012. Dabei referierte sie über die Konzepte der saarländischen Landesregierung zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung und den Stand der durch das GKV-Versorgungsstrukturgesetz neu geregelten Bedarfsplanung.

Lebhafte Diskussion - Dr. Nikolaus Rauber und Staatssekretärin Gaby Schäfer

Im Saarländischen Landtag sei im Oktober einstimmig die Einrichtung des für die dezentrale Bedarfsplanung zuständigen gemeinsamen Landesgremiums beschlossen worden. Insofern sei man zuversichtlich, dass die sektorenübergreifende Bedarfsplanung als dritte Schiene der Gesundheitsdienstleistungen im Jahr 2013 etabliert werden könne. Die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) im Sinne einer Bedarfsplanungsrichtlinie lägen jedoch noch nicht vor.

In seinem Vortrag vor den Delegierten wies der Landesgruppenvorsitzende Dr. Nikolaus Rauber zuvor daraufhin, dass bei der Ausgestaltung der ambulanten Versorgung die Bedarfsorientierung im Vordergrund stehen müsse. Zudem verwies er darauf, dass die Ärzte die wichtigsten Akteure des Gesundheitswesens seien. Er monierte, dass technischer Fortschritt, gesellschaftlicher Wandel und, an erster Stelle, die zunehmende Ökonomisierung der Medizin die Ärzte als zentrale Entscheidungsträger verdrängt und neue Akteure an die Macht gebracht hätten. Diese betrachteten erstmals in der Geschichte den Kranken als Ressource und Gesundheit als Ware. Kritik übte er insbesondere an den gesetzlichen Krankenkassen, die in ihrer eigenen Zweckbestimmung nichts anderes als Verwaltungsbürokratien seien, sich aber aufgrund ihrer Strategie zur Gewinnmaximierung immer mehr von ihrer eigentlichen Zweckbestimmung entfernt hätten.

Er blickte zudem auf die Darstellung ärztlicher Themen in der Öffentlichkeit zurück, die sowohl in der regionalen als auch in der überregionalen Presse von einer negativen Grundhaltung gegenüber der Ärzteschaft geprägt gewesen seien – egal ob es sich um den Organspendeskandal oder die Ärzteproteste im Rahmen des Honorarstreites gehandelt habe. Nur wenige, wie der ZDF-Moderator Peter Hahne, hätten zu den Ärzteprotesten differenziert Stellung genommen. Die meisten Journalisten, monierte Rauber weiter, würden die Unterschiede zwischen Umsatz, ärztlichem Honorar und Nettoeinkommen nicht kennen oder bewusst durcheinander bringen.

Im Hinblick darauf rief Dr. Rauber dazu auf, mehr aufzuklären gegen Vorurteile, wie beispielsweise, dass Ärzte nicht mehr wüssten, wohin mit ihrem Geld. So liege das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Kassenarztes laut statistischem Bundesamt im Monat bei 5.500,00 Euro und eines Hausarztes bei 5.018,00 Euro. Letztere seien die Leute, die nach langem Studium und schlecht bezahlter Assistenzzeit rund um die Uhr da seien, Nacht- und Notdienste sowie Hausbesuche absolvierten. Rauber wies insbesondere darauf hin, dass der Honorarumsatz von niedergelassenen Ärzten sowie Psychotherapeuten nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen sei. Dies betrage laut dem aktuellen Honorarbericht der KBV für das 1. Halbjahr 2011 durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Umsatzes.

Schließlich rief der Landesgruppenvorsitzende auf, den Schulterschluss mit den angestellten Ärzten im Krankenhaus zu suchen und die berechtigten Ansprüche der Patienten zu verteidigen, sich für solide Arbeitsperspektiven einzusetzen, um damit die Attraktivität des Arztberufs zu stärken und die landesweite Versorgungsqualität auch in Zukunft sicher zu stellen. Dabei sei es von entscheidender Rolle, dass der Arztberuf ein freier Beruf bleibe, ärztliche Entscheidungen also unabhängig und ausnahmslos im Interesse der Patienten gefällt würden.

In der anschließenden lebhaften Diskussion gab es einen regen Austausch zwischen den anwesenden Ärzten und der Staatssekretärin, die darauf hinwies, dass sich im Saarland manches leichter zur Zufriedenheit aller Beteiligten klären lasse als in größeren Flächenstaaten. Besonders erfreulich war, dass auch Nichtmitglieder des Verbandes am öffentlichen Teil der Landeshauptversammlung teilnahmen.

Der Virchowbund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

Virchowbund
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Landesgruppe Saarland
Landesvorsitzender: Dr. Nikolaus Rauber
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