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Aktuelles

Patienten-Information: „Politik schafft Praxen ab“

Hamburg, 09. Februar 2015 - Längere Wartezeiten, keine freie Arztwahl, mehr Bürokratie, geringere Qualität: Die niedergelassenen Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten laufen Sturm gegen das von der Bundesregierung geplante „Versorgungsstärkungsgesetz“ (VSG) und seine negativen Auswirkungen. In Hamburg würde jede dritte Praxis durch das neue Gesetz abgeschafft werden, da die Hansestadt nach Meinung der Politik „überversorgt“ ist. Unter dem Slogan „Politik schafft Praxen ab“ sind nun alle Hamburger Praxen aufgerufen, mit Flyern und Wartezimmerplakaten ihre Patienten zu informieren.

Blick auf die Hamburger Alster - Ärzte in der Hansestadt warnen vor Gesundheitsgesetz (© Andreas Karnholz – fotolia.com)

„In der Öffentlichkeit hat bisher kaum jemand davon Notiz genommen“, so Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Protest-Komitees und HNO-Arzt in Hamburg-Horn, „dass die Leidtragenden dieses Gesetzes vor allem die Patienten sein werden. Deshalb ist es uns wichtig, den Patienten zu erklären, welche Folgen das VSG für die Versorgung mit sich bringt.“ Denn neben von Staats wegen angeordneten Praxisschließungen und längeren Wartezeiten drohen, so Heinrich, eine Einschränkung der freien Arztwahl und eine stärkere Verlagerung der ambulanten Versorgung an die Krankenhäuser.

„Auf der einen Seite“, erläutert Dr. Silke Lüder, Hausärztin in Hamburg-Neuallermöhe, „sollen Praxen vor allem in den Städten abgeschafft werden, auf der anderen Seite sollen durch Terminservicestellen die Wartezeiten verkürzt werden. Das passt einfach nicht zusammen.“ Lüder ist überzeugt, auf diese Art finden sich viele Patienten künftig in Notaufnahmen von Krankenhäusern wieder – bei stundenlangen Wartezeiten und schlechterer medizinischer Versorgung, da dort in der Regel keine ausgebildeten Fachärzte, sondern Ärzte in Weiterbildung tätig seien.

„Wenn der Patient“, so der Hamburger Kinderarzt Dr. Stefan Renz, „sich nun an die Termin-Servicestellen wendet, um einen Facharzttermin zu vereinbaren, dann erhält er womöglich einen Termin innerhalb von vier Wochen – aber auf keinen Fall bei seinem bevorzugten Arzt.“ Im Endeffekt sei dies für Hamburg völlig überflüssig, da hier die normale Terminvergabe zwischen Praxis und Patient sehr gut funktioniere.

Besonders schwerwiegende Folgen habe das VSG für Psychotherapie-Patienten, erklärt die psychologische Psychotherapeutin Hanna Guskowski: „Der Wegfall Hunderter psychotherapeutischer Praxen führt dazu, dass die Patienten noch schwerer einen Therapieplatz bekommen und Wartezeiten unerträglich lang werden. Um einen Platz bei einem privaten Therapeuten zu erhalten, kommt sehr viel bürokratischer Aufwand auf ohnehin labile Menschen zu.“

Das Protest-Komitee der Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten:

Dr. Dirk Heinrich
Dr. Silke Lüder
Dr. Stefan Renz
Psychol. Psych. Hanna Guskowski

Das Protest-Komitee der Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Hamburger Patientinnen und Patienten über die Auswirkungen des VSG zu informieren. Neben Praxis-Flyer und -Plakat gibt es eine eigens angelegte Protest-Website (www.politik-schafft-praxen-ab.de). Außerdem haben Patienten die Möglichkeit, sich durch ihre Unterschrift (in der Praxis) oder per Email (auf der Website) gegen das geplante VSG auszusprechen.

Kontakt:
Dr. Silke Lüder, Mobil: 01751542744
Psychol. Psych. Hanna Guskowski, Tel.: 040 40 89 52
Email: info@politik-schafft-praxen-ab.de

ViSdP:
Dr. med. Dirk Heinrich
c/o NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
Chausseestraße 119b
10115 Berlin
Fon: (03 0) 28 87 74 - 0
www.politik-schafft-praxen-ab.de

Der Virchowbund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

Virchowbund
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Landesgruppe Hamburg
Landesvorsitzender: Dr. Dirk Heinrich
Rennbahnstraße 32c
22111 Hamburg
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Fax: 040 / 65 90 15 51
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