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Mitarbeiter führen: So sorgen aktive Chefs für bessere Teamarbeit

Die meisten Ärzte haben die Medizin gewählt, weil sie den Umgang mit Menschen lieben. Menschen, das bedeutet meist: Patienten. Für niedergelassene Ärzte heißt es aber auch: Mitarbeiter. Wer Heiler sein möchte, muss auch Chef sein können. 

 

Chef zu sein ist für viele frisch Niedergelassene eine vollkommen neue Erfahrung. Im Studium und als angestellter Arzt lernt man kaum etwas über Mitarbeiterführung und Führungskompetenzen. Kein Wunder, dass viele junge Ärzte erst einmal Angst vor der neuen Führungsrolle und der Verantwortung haben. Auch für viele ältere Ärzte ist das Chefsein eine lästige, ungeliebte Verpflichtung.

Einige antworten darauf mit der Vogel-Strauß-Taktik: den Kopf in den Sand stecken. Die Chefrolle ignorieren und hoffen, dass einfach alles von selbst läuft. Nichts tun, solange nichts anbrennt. Ein fataler Fehler!

Mitarbeiterführung darf nicht wie ein Feuerlöscher nur dann eingesetzt werden, wenn es gerade eklatante Probleme gibt. Genauso wie Hygiene und Qualitätssicherung muss sie tief im Praxisalltag verwurzelt sein. Nur dann generiert sie auch klare Vorteile für Chef und Mitarbeiter.

 

Vorteile guter Mitarbeiterführung

Gute Führung sorgt für

  • weniger Konflikte und mehr Harmonie im Team
  • weniger Zeitverlust und Stress durch Konfliktlösung
  • mehr freie Zeit für andere Aufgaben
  • ein zufriedeneres und leistungsfähigeres Team
  • stärkeren Teamzusammenhalt und mehr Vertrauen
  • flüssigere Kommunikation und glattere Abläufe
  • weniger Fluktuation, weniger zeit- und kostenintensive Personalsuche
  • zufriedenere Patienten
  • entspanntere Chefs

 

Merkmale guter Mitarbeiterführung

Was macht gute Führung aus? Das ist nicht ganz so leicht zu beantworten, denn Führung ist eine Frage des Stils. Dennoch gibt es Erfolgsfaktoren in der Mitarbeiterführung, die zu unterschiedlichen Führungsrollen und -konzepten passen.

 

Entwickeln Sie Ihr eigenes Führungsverständnis

Um ein guter Chef zu sein, müssen Sie sich zuerst selbst kennen lernen. Sie sollten wissen, welcher Typ Chef Sie sein möchten (und können!), welche Ziele sie erreichen möchten und welche persönlichen Stärken und Schwächen Ihren Führungsstil bestimmen. Sind Sie eher emotional oder „verkopft“? Wollen Sie Ihren Mitarbeitern viel Freiheiten geben, oder lieber über alles Bescheid wissen?

Tipp: Wenn Sie Ihr eigenes Führungsverständnis einmal grundsätzlich hinterfragen möchten, melden Sie sich für das Webinar „Plötzlich Chef!“ am 28.11.2019 an. Hier geht’s zur Übersicht unserer nächsten Veranstaltungen.

 

Setzen Sie sich Führungsaufgaben und -termine

Von Ihren Mitarbeitern erwarten Sie, dass sie auch unangenehme oder unpopuläre Aufgaben ohne Murren erledigen – natürlich mit derselben hohen Qualität wie sonst auch. Dieser Grundsatz gilt auch für Sie als Chef. Führen ist nun einmal Ihre Aufgabe. Packen Sie es also an! Ihre Mitarbeiter werden es merken und wertschätzen.

Tipp: Identifizieren Sie konkrete Führungsaufgaben (z. B. Mitarbeitergespräche abhalten, Nachbesprechungen, Schulungen) und planen Sie diese möglichst konkret in Ihren Tages- bzw. Wochenablauf ein. Wenn Sie diese Aufgaben wie fixe Termine behandeln, genauso wie das Bestellen von Praxisbedarf, dann vermeiden Sie, diese ewig vor sich her zu schieben.

 

Kommunikation und Führung gehen Hand in Hand

Schaffen Sie Möglichkeiten für regelmäßige Kommunikation zu Themen, die für das ganze Team relevant sind. Der Klassiker: die Teambesprechung. Beim regelmäßigen Teammeeting kriegen Sie auch ein Gespür für die allgemeine Stimmung und Dynamik. Spüren Sie z. B. Unzufriedenheit bei einem oder mehreren Mitarbeitern, können Sie eingreifen. Unter Umständen können Sie so sogar Kündigungen aus Frustration verhindern.

Tipp: Sie kennen es aus dem Patientengespräch: Erst zuhören, dann diagnostizieren und schließlich therapieren. Beherzigen Sie diese Vorgehensweise auch im Umgang mit Ihren Mitarbeitern.

 

Hinterfragen Sie sich selbst

Niemand ist perfekt, auch nicht als Chef. Holen Sie sich immer wieder Feedback zu Ihrem Führungsverhalten – bei Experten, Kollegen und Mitarbeitern. Sie können dafür ebenfalls die Praxisbesprechung als Forum nutzen.

Vielleicht scheuen sich Ihre Mitarbeiter aber auch, Sie offen zu kritisieren. Denken Sie also zusätzlich über anonyme Lösungen wie Vorschlagskästen nach.

Wer nach Kritik fragt, muss sie auch aushalten können. Wenn Ihre Mitarbeiter spüren, dass Sie ihnen die Kritik übelnehmen, statt sie als Anlass für Verbesserungen zu verstehen, dann war es vermutlich das erste und das letzte Mal, dass Sie Feedback bekommen.

Tipp: Viele Ärzte empfinden es auch als hilfreich, einen Blick von außen zu erhalten. Bei „peer reviews“ können Kollegen einander über die Schulter schauen und Verbesserungsvorschläge machen. Wenn Sie an einem solchen „Ärzte für Ärzte“-Feedback interessiert sind, kontaktieren Sie uns.

 

Gute Mitarbeiterführung fällt niemandem in den Schoß. Sie ist das Ergebnis von Arbeit und Engagement. Sowohl neu niedergelassene Ärzte als auch langjährige Praxisinhaber können sich dabei Unterstützung holen – zum Beispiel im Webinar „Plötzlich Chef“. Darin erhalten Sie konkrete Tipps, wie Sie mit Kommunikation und Führungsstrategie für gute Stimmung statt Stress sorgen. Hier erfahren Sie, wie Sie sich für das kostenlose Webinar am 28.11.2019 anmelden können.

Wer seine Führungsrolle nicht als notwendiges Übel sondern als spannende Herausforderung sieht, der kann auch Spaß an der neuen Aufgabe entwickeln. Und das ist das Beste, was Ihnen und Ihren Mitarbeitern passieren kann.

 

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