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Terminvergabe bei Fachärzten: Lange Wartezeiten sind Zeichen für Unterversorgung

Berlin, 08. August 2013 - Die Telefonumfrage zur Terminvergabe bei niedersächsischen Fachärzten stößt beim Bundesvorsitzenden des NAV-Virchow-Bundes auf deutliche Kritik: „Mit der Neuauflage der Wartezeiten-Debatte reiten die Grünen pünktlich zum Beginn des heißen Wahlkampfes ein totes Pferd. Auch ohne die rund elf Prozent Privatpatienten hätten wir ein Problem mit langen Wartezeiten bei nicht akuten Leiden, es wäre sogar noch schlimmer.

Mitversorgungseffekte von Praxen führen zu langen Wartezeiten (© RioPatuca Images - Fotolia.com)

Denn würden die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten aus den Privatumsätzen wegfallen, wie es die Grünen mit der Bürgerversicherung planen, müssten etliche Praxen schließen“, sagt Dr. Dirk Heinrich. Mit der Kompensation der Privatumsätze sei dabei nicht zu rechnen. Sie machen rund ein Fünftel der Arzteinkünfte aus.

Im Auftrag der grünen Bundestagsabgeordneten Viola von Cramon waren im Juli 340 Facharztpraxen zunächst von einem gesetzlich Versicherten, anschließend von einem Privatpatienten angerufen und um einen Termin gebeten worden. Im Ergebnis warten Kassenpatienten in Niedersachsen im Durchschnitt 24 Tage länger auf einen Termin beim Arzt als privat Versicherte. Bei den fingierten Beschwerden handelte es sich nicht um akute Leiden.

Eine Einheitsversicherung löse nach Ansicht Dr. Heinrichs keines der Probleme bei der Versorgung der Patienten: „Gerade in dünn besiedelten Gebieten, wie in Niedersachsen, leben relativ wenig Privatpatienten. Ihr Umsatzanteil ist entsprechend gering, sie nehmen den gesetzlich Versicherten keine Termine weg.“ Die teilweise langen Wartezeiten seien vielmehr Ausdruck einer handfesten Versorgungskrise. „Wir haben schlichtweg zu wenig Fachärzte dort, wo sie offensichtlich dringend gebraucht werden“, konstatiert Heinrich. So seien oft Mitversorgungseffekte bei Praxen zu beobachten, die entweder in oder in der Nähe eines unterversorgten Gebiets liegen. Die Terminvergabe dauere durch die Mehrbelastung entsprechend länger.

Der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte warnt eindringlich vor den Folgen einer Bürgerversicherung nach dem Vorbild von Rot-Grün: „Die Pläne gefährden eines der besten Gesundheitssysteme der Welt und führen geradewegs in die echte Zwei-Klassen-Medizin. Wenn Frau von Cramon behauptet, dass die Übernahme der Beamten und Selbstständigen zu hohen GKV-Einnahmen führten, die dann für den Ausgleich bei den Arzthonoraren genutzt werden könnten, irrt sie sich gewaltig. Rund 80 Prozent der Privatpatienten verdienen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Durch die sich ungünstig entwickelnde Demografie müssen die Beitragszahler schon bald allein für den Erhalt der bestehenden Strukturen sehr viel tiefer in die Tasche greifen.“

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