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Aktuelles

UNGESTÖRTE PATIENT-ARZT-BEZIEHUNG IM MITTELPUNKT

14. Mai 2008 - Berlin, 14. Mai 2008 - Die in der Allianz Deutscher Ärzteverbände vertretenen freien Verbände begrüßen die Initiative der Bundesärztekammer, anlässlich des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm ein Grundsatzpapier zu verabschieden. Insbesondere wird der Leitgedanke des „Ulmer Papiers“ ausdrücklich unterstützt, in dem eine ungestörte Patienten-Arzt-Beziehung in den Mittelpunkt ärztlicher Handlungsweisen gestellt wird.

Berlin, 14. Mai 2008 - Die in der Allianz Deutscher Ärzteverbände vertretenen freien Verbände begrüßen die Initiative der Bundesärztekammer, anlässlich des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm ein Grundsatzpapier zu verabschieden. Insbesondere wird der Leitgedanke des „Ulmer Papiers“ ausdrücklich unterstützt, in dem eine ungestörte Patienten-Arzt-Beziehung in den Mittelpunkt ärztlicher Handlungsweisen gestellt wird.

„Das Ulmer Papier beschäftigt sich mit vielen verschiedenen Facetten unserer Berufsausübung“, erklärte der Sprecher der Allianz, GFB-Chef Dr. Jörg-A. Rüggeberg heute in Berlin. „Für uns ist es wichtig, dass in erster Linie die Beziehung zu unseren Patienten in den Vordergrund gerückt wird.“ Das Vertrauensverhältnis eines kranken Menschen zu seinen behandelnden Ärzten sei von zentraler Bedeutung für den Erfolg einer Behandlung. Es müsse jedem Versuch entschieden entgegen getreten werden, diese intime Beziehung staatlicher Einflussnahme und ökonomisch motivierter Regulationen zu unterwerfen.

Im Gegenteil müsse die Patienten-Arzt-Beziehung verbessert werden, in dem wieder eine ausreichende Sicherheit im ungehinderten Zugang zu medizinischen Leistungen garantiert werde. Das aktuelle Gesundheitssystem mit Budgets, Regressdrohungen und daraus resultierenden Wartelisten und Leistungsverknappungen gefährde die Versorgung, schüre Ängste bei den Patienten und schaffe ein Klima des Misstrauens gegenüber den Ärzten, die in der Umsetzung staatlich induzierter Rationierung allein gelassen würden.

„Unsere Patienten dürfen nicht das Gefühl haben, ihre Ärzte müssten eine Auswahl treffen, wer was und wann an Gesundheitsleistungen erhalten kann“, so Rüggeberg. „Wenn der Staat dem Gesundheitssystem durch verschiedene Gesetze Mittel in Höhe von 8 Milliarden Euro entzieht, muss er auch die Verantwortung für die Folgen übernehmen und darf dies nicht denjenigen in die Schuhe schieben, die trotz dramatisch verschlechterter Bedingungen immer noch eine Versorgung auf hohem Niveau gewährleisten.“ Es sei jetzt aber ein Punkt erreicht, an dem die Defizite nicht mehr durch unbezahlte Mehrarbeit der Klinikärzte, reduzierte Einkommen der Niedergelassenen und erheblichen Stellenabbau bei den nichtärztlichen MitarbeiterInnen kompensiert werden können.

Die Allianz Deutscher Ärzteverbände dränge darauf, die Diskussion um das „Ulmer Papier“ zum Anlass zu nehmen, eine breite gesamtgesellschaftliche Diskussion im Wahljahr 2009 zu beginnen. Es müsse in der Öffentlichkeit transparent dargestellt werden, welche Faktoren die Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsdienstleistungen beeinflussten. Nicht die Politiker und auch nicht die Ärzte sollten in den Hinterzimmern Modelle und Reformen beschließen, die im Ergebnis die gesamte Bevölkerung in einem existentiellen Bereich ihres Lebens betreffen. Die Bevölkerung müsse zwingend an diesem Entscheidungsprozess beteiligt werden. Dazu müsse in aller Deutlichkeit dargestellt werden, dass staatliche Regulation ohne ausreichende Finanzierung zwangsläufig in eine Rationierung führe.

Es müsse in diesem Zusammenhang auch gesamtgesellschaftlich entschieden werden, ob weiter ein System staatlicher regulierter Daseinsvorsorge oder mehr Eigenverantwortung favorisiert werde. Mehr Eigenverantwortung stärke ohne Zweifel wiederum die Patienten-Arzt-Beziehung. „Es ist richtig, dass die verfasste Ärzteschaft im Ulmer Papier keine konkreten Vorschläge zu einer Finanzierung des Gesundheitssystems macht. Dies ist Aufgabe der Gesellschaft und nicht einzelner Gruppen,“ erläuterte Rüggeberg. „Wenn man aber genau hinschaut, weist die Betonung des Patienten-Arzt-Verhältnisses bereits eine Richtung auf. Dieser Weg sollte konsequent weiter gegangen werden. Ohne einen ausreichenden Beleg durch entsprechende Finanzmittel ist aber jeder Weg von vornherein steinig.“

ALLIANZ DEUTSCHER ÄRZTEVERBÄNDE:

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Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Zermatter Str. 21/23, 28325 Bremen
Tel.: 0421 4098809 FAX: 0421 429740
Dr.rueggeberg@t-online.de

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