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Wartezeiten-Debatte: Folge von jahrzehntelanger Tatenlosigkeit der Politik

Berlin, 13. Januar 2014 - „Mit den vermeintlich langen Wartezeiten auf Facharzttermine besteht ein Problem, dass die Politik selbst verursacht, die letzten Jahrzehnte konsequent ignoriert und der Selbstverwaltung zugeschoben hat“, so der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich. Die Gründe für das Problem lägen jedoch an anderer Stelle: „Mit durchschnittlich 18 Arztbesuchen pro Kassenpatient im Jahr sind die Deutschen Weltmeister bei der Inanspruchnahme von Praxisärzten. Zugleich besteht seit Jahrzehnten eine strikte Budgetierung im Kassenarztbereich. Diese Inanspruchnahme bei begrenzten Mitteln führt zwangsläufig zu Wartezeiten, verstärkt durch den in vielen Fachdisziplinen und Regionen bereits heute schon existenten Ärztemangel.“

Spitzenplatz im OECD-Vergleich: Deutschland hat mit die niedrigsten Wartezeiten (© fischer-cg.de - Fotolia.com)

Heinrich: „Um dies aufzulösen, muss die Politik entweder die Budgetierung aufheben oder eine striktere Patientensteuerung zulassen. Letzteres bedeutet aber eine Einschränkung der freien Arztwahl. Dies ist eine politische Entscheidung, die jedoch Ehrlichkeit gegenüber den Wählern erfordert. Davor drücken sich die verantwortlichen Politiker aber konsequent. Angesichts der überwältigenden Mehrheit der Großen Koalition in Bundestag und Bundesrat wäre jetzt die Gelegenheit, diese Angelegenheit anzugehen.“ Die Thematik der Wartezeiten ließe sich hingegen nicht lösen, indem die Budgetierung festgeschrieben werde und den Ärzten – wie jetzt von der Politik geplant – weitere bürokratische Fesseln mit Terminfristen angelegt werden.

Wartezeiten: Thema für Versorgungsforschung

Bestehende Wartezeiten bei fachärztlichen Überweisungen müssten hingegen differenzierter betrachtet werden, so Dr. Heinrich weiter. Es bestehe ein Unterschied, ob beispielsweise ein Termin für die orthopädische Abklärung eines akuten Falles oder eine routinemäßige Kontrolluntersuchung beim Augenarzt erforderlich sei.

„Diese Gesamtsituation von Wartezeiten in Deutschland genau zu analysieren, wäre eine vordringliche Aufgabe für die Versorgungsforschung. Dann wird sich nämlich herausstellen, dass durch Wartezeiten kein Patient in Deutschland zu Schaden kommt und hierzulande keine überlangen Wartezeiten auf Facharzttermine existieren“, betont der Bundesvorsitzende. Im Gegenteil: Eine Untersuchung zu Wartezeiten in den Ländern der OECD hat ergeben, dass in Deutschland nach der Schweiz die niedrigsten Wartezeiten beim Zugang zur ambulanten fachärztlichen Versorgung bestehen. In allen anderen vergleichbaren Industrienationen warten Patienten weitaus länger auf einen Facharzttermin, als hierzulande. Dies sei unter anderem auch ein Ergebnis des wettbewerblichen Systems zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung in Deutschland, ergänzt Dr. Heinrich.

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