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Aktuelles

Zwangsaufkauf von Arztsitzen: Schwerwiegender Eingriff in die Niederlassungsfreiheit

Berlin, 10. November 2014 - Auf seiner diesjährigen Bundeshauptversammlung hat sich der NAV-Virchow-Bund wieder intensiv mit aktuellen Themen aus der Berufs- und Gesundheitspolitik befasst. Unter anderem wurde über die Zukunft der ärztlichen Weiterbildung, die geplante Termingarantie bei Facharztbesuchen, die Förderung von Arztnetzen und die überfällige Reform der ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ) diskutiert.

Abstimmung im Plenum - Klares Nein zum Zwangsaukauf (© Pietschmann)

Im Mittelpunkt stand der geplante Aufkauf von Arztsitzen in so genannten überversorgten Regionen. Die Delegierten des Verbandes bezeichneten das Vorhaben der Bundesregierung als „scherwiegenden Eingriff in die Niederlassungsfreiheit“. 

Die niedergelassenen Ärzte rechnen damit, dass sich der der Arztsitzaufkauf negativ auf das Versorgungsgeschehen auswirken wird. Durch eine Reduktion von Arztsitzen in vermeintlich überversorgten Gebieten werde das zukünftige Modell der Mitversorgung durch stadtansässige Praxisärzte in unterversorgten Regionen des Umlandes („flying doctors“) von vornherein verhindert, so die Befürchtung. Zudem werde ein völlig falsches Zeichen für die nächste Ärztegeneration gesetzt, für die die Niederlassung durch mangelnde Planungssicherheit sowie Rechtsunsicherheit zu einer weitgehend bedeutungslosen Option werde. Die Delegierten erwarten überdies, dass sich die Gerichte noch lange mit der Frage werden beschäftigen müssen, wer welche Entschädigung an die zwangsenteigneten Ärzte zahlen muss.

Im Fokus der Veranstaltung stand ferner die Freiberuflichkeit als Grundprinzip der ärztlichen Berufsausübung – sowohl bei selbständiger als auch bei angestellter Tätigkeit. „Es ist festzustellen, dass sowohl bei berufstätigen Ärzten als auch beim ärztlichen Nachwuchs diese Grundlagen immer weniger bewusst ist“, so die Bundeshauptversammlung. Der NAV-Virchow-Bund fordert deshalb alle Universitäten, ärztlichen Verbände und Körperschaften auf, das Wesen des Freien Berufes Arzt in Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung stärker herauszustellen.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Sonderseite zur BHV 2014.

Der Virchowbund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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