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GKV-Spargesetz: wirtschaftlich überleben für Arztpraxen
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll zwischen 2027 und 2030 mehr als 15 Mrd. Euro in der ambulanten Versorgung einsparen. Der Virchowbund informiert Arztpraxen, auf welche Einbußen sie sich einstellen müssen. Die Praxisberatung im Virchowbund hilft Ärztinnen und Ärzten, ihre Praxis wirtschaftlich neu aufzustellen.
Darauf müssen sich Ärztinnen und Ärzte einstellen
Die Bundesregierung will die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) entlasten. Das Sparpaket trifft vor allem die ambulante Versorgung durch Hausärztinnen und Fachärzte. Die Arztpraxen sollen 2027 etwa 2,7 Mrd. Euro einsparen. Zum Vergleich: Die Gesamtausgaben für den ambulanten Bereich betragen rund 50 Mrd. Euro.
Der Leitgedanke: Die Ausgabenzuwächse sollen begrenzt und an die Einnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung angepasst werden.
- Ausgaben werden an die Grundlohnsumme gekoppelt, unabhängig von der tatsächlichen Kostenentwicklung in den Praxen
(die Grundlohnsumme wird 2027 bis 2029 sogar zusätzlich um einen Prozentpunkt gesetzlich abgesenkt)
- Sämtliche extrabudgetäre Leistungen, die bislang keiner Mengenbegrenzung unterliegen, werden gedeckelt
- Alle zusätzlichen Vergütungsanreize für eine schnellere Terminvergabe aus dem TSVG entfallen:
- extrabudgetäre Vergütung
- Zuschläge für Hausarzt-/Facharzt-Terminvermittlung
- Zuschläge für Terminservice-Fälle
- Zuschläge für Leistungen in den offenen Sprechstunden
- Wichtig: Die Pflicht, 25 Sprechstunden pro Woche für GKV-Versicherte anzubieten, bleibt!
- Budgetierung für Hausärzte und Kinderärzte wird teilweise wiedereingeführt, indem Ausgleichszahlungen für Leistungen oberhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung künftig nur noch abgestaffelt vergütet werden (Fixkostendegression)
- weitere Einzelmaßnahmen, darunter
- Streichung der Vergütung der Beratung bei der Organspende
- Entfall der Vergütung für die Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte (ePA)
- Einschnitte in der psychotherapeutischen Versorgung, etwa bei der Kurzzeittherapie
- Aussetzen des Hautkrebsscreenings
Der Virchowbund rechnet mit durchschnittlichen Einbußen von 20.000 bis 30.000 Euro je Arzt pro Jahr durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz.
Praxen verschiedener Fachrichtungen sind sehr ungleich betroffen. Bei den folgenden Zahlen handelt es sich um Schätzungen auf Basis des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung und diverser KVen.
Geschätzte Umsatzrückgänge pro Jahr nach Fachgruppe:
- Augenheilkunde: -8.000 Euro
- Dermatologie: -17.000 Euro
- Gynäkologie: -10.000 Euro
- Hausärzte: -15.000 Euro
- HNO: -44.000 Euro
- Innere Medizin: -31.000 Euro
- Kardiologie: -72.000 Euro
- Neurologie: -20.000 Euro
- Orthopädie: -23.000 Euro
- Pädiatrie: -7.000 Euro
- Radiologie: -68.000 Euro
- Urologie: -14.000 Euro
Die Bundesregierung möchte das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschieden. Laut der derzeitigen Planung des Bundesgesundheitsministeriums soll sich der Bundestag abschließend am 26. Juni 2026 mit dem Gesetz befassen, der Bundesrat am 10. Juli 2026.
Erste Maßnahmen könnten voraussichtlich ab Januar 2027 in Kraft treten. Die ersten negativen Effekte könnten sich dann in der ersten Quartalsabrechnung für 2027 zeigen.

Jede Hausarztpraxis und jede Facharztpraxis muss wirtschaftlich auf die Budgetkürzung reagieren. Praxen können nur noch Termine und Leistungen anbieten, die auch bezahlt werden.
Das können Ärztinnen und Ärzte tun
Das wirtschaftliche Überleben wird für Arztpraxen schwieriger. Jetzt ist es an der Zeit, Ihren Businessplan zu überarbeiten, alle Ausgaben zu checken und auch Ihren Leistungskatalog zu überdenken. Die Praxisberatung im Virchowbund unterstützt Sie mit viel Erfahrung, unabhängig und kostenfrei im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft. Praxisberatung Rechtsberatung im Virchowbund arbeiten dabei Hand in Hand, um Ihnen bestmögliche Empfehlungen zu geben.
Die Praxisberatung im Virchowbund hilft Ihnen:
- einen tragfähigen Businessplan für schwierige Zeiten zu erstellen
- Überblick über Umsätze, Einnahmen und Ausgaben zu erhalten
- Stellschrauben zu identifizieren, mit denen Sie Kosten senken und den Gewinn steigern können
- Ziele zu definieren und ein Controlling einzuführen
- teure Fehler bei der Abrechnung zu vermeiden
- ein verändertes Leistungsangebot für GKV-Patienten zu finden und dabei Ihre vertragsärztlichen Pflichten zu erfüllen
- neue Einnahmequellen außerhalb der MGV zu erschließen
- Ihre Praxisorganisation anzupassen, z. B. Sprechstundenzeiten, Bestellabläufe, Terminmanagement und Kommunikation
- Widerspruch gegen Honorarkürzungen und Regresse einzulegen
Starten Sie am besten mit einem unserer Webinare zur unternehmerischen Praxisführung.

Jede Praxisinhaberin und jeder Praxisinhaber muss ab sofort genau kalkulieren. Wir im Virchowbund vermitteln Ihnen das notwendige Know-how dafür. Und wir geben Ihnen neue Ideen und Denkansätze für die Praxisorganisation.
Die konkreten Auswirkungen des Sparpakets auf Fachgruppen und KVen sind noch offen. Wir halten Sie auf dem Laufenden und bereiten alles vor:
- Webinare und Lunchbreaks
- Checklisten fürs Change Management
- Tipps und Hinweise zur Kommunikation mit Ihren Mitarbeitenden und Ihren Patienten
Expertise für die Arztpraxis seit 1949

Webinare & Lunchbreaks
Fortbildung zu Praxisführung, Wirtschaftlichkeit und Arbeitsrecht mit Experten des Virchowbundes






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