Betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Wie Sie Ihre Praxis rentabel machen

Wirft die Praxis genügend Geld ab? Wie lässt sich der Gewinn steigern? Wie kann sinkendes Honorar aufgefangen werden? Der Virchowbund hilft Ärzten dabei, ihr Wissen als Unternehmer auszubauen mit diesen Tipps:

 

Viele Ärzte kennen die wirtschaftlichen Kennzahlen ihrer Praxis kaum. Genau hier entsteht für Praxisinhaber ein Risiko: Wer seine Zahlen nicht selbst einordnen kann, bleibt abhängig von Einschätzungen des Steuerberaters oder Buchhalters. Und diese kommen immer im Nachgang, manchmal auch zu spät. Dadurch schrumpft der eigene Handlungsspielraum.

Das GKV-Spargesetz hat massive wirtschaftliche Folgen für Ihre Arztpraxis. Welche sechs Gegenmaßnahmen Sie jetzt prüfen sollten, erklären wir in unserem Blog-Beitrag zum GKV-Spargesetz.

Entscheidungen in der Arztpraxis basieren oft auf Erfahrung und Intuition. Das bleibt wichtig – doch „Management by Kontostand“ reicht nicht aus. Kosten für Personal, Miete und Energie steigen, während Einnahmen durch gesetzliche Vorgaben wie das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz begrenzt werden oder sogar sinken. Die wirtschaftliche Steuerung der Praxis wird damit immer wichtiger. 

Um Ihre eigene Arztpraxis langfristig wirtschaftlich abzusichern, sollten Sie Ihre Praxiskennzahlen kennen. Nur so können Sie Risiken frühzeitig aufdecken und entsprechend reagieren.

Ziel meiner Praxisberatung für Ärzte im Virchowbund ist es, aus einem Bauchgefühl eine belastbare Entscheidungsbasis zu machen.

Margaret Plückhahn
Praxisberatung im Virchowbund

Die gute Nachricht: Die entscheidenden Kennzahlen sind überschaubar. Als Praxisinhaber brauchen Sie kein komplexes Controlling aufsetzen, sondern nur einen klaren Blick auf die richtigen Größen. Dabei hilft die Virchowbund-Praxisberatung.

So funktioniert die Praxisberatung im Virchowbund

 

Welche Kennzahlen sollte jede Arztpraxis kennen?

Die Virchowbund-Praxisberatung rät Ärzten, sich bei den Kennzahlen zunächst vorrangig auf diese Bereiche zu fokussieren:

  • Rentabilität: Lohnt sich der wirtschaftliche Einsatz Ihrer Praxis?
  • Liquidität: Ist jederzeit genügend Geld vorhanden, um kurzfristige Verbindlichkeiten zu bedienen?

Die Bereiche Rentabilität und Liquidität bilden ein gutes Fundament Ihrer wirtschaftlichen Steuerung. 

Was bedeutet Rentabilität in der Arztpraxis?

Der Gewinn am Jahresende wirkt oft eindeutig – ist aber nur ein Teil der Wahrheit.

Entscheidend ist, dass Sie Ihre eigene Arbeitsleistung realistisch bewerten. Das gelingt nur, wenn ein kalkulatorischer Unternehmerlohn berücksichtigt wird. Andernfalls erscheint eine Praxis wirtschaftlich besser, als sie tatsächlich ist. 

In der Praxisberatung des Virchowbundes klären wir deshalb mit Ihnen:

  • Welchen Einfluss hat Ihr „Unternehmerlohn“ auf die Rendite?
  • Wie können Sie den Praxisgewinn tatsächlich beeinflussen?
  • Bleibt Spielraum für Investitionen oder Entlastung?

Virchowbund-Tipp: Mehr Umsatz der Arztpraxis bedeutet nicht automatisch mehr wirtschaftlichen Erfolg. 

 

Setzen Sie Ihr Personal sinnvoll ein?

Eine weitere zentrale Kennzahl in der Arztpraxis ist die Personalkostenquote = Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz. Schon kleine Veränderungen können große Auswirkungen haben. 

Als Praxisinhaber sollten Sie daher das Verhältnis von Personal zu Leistung im Blick behalten. Nicht die Anzahl der Mitarbeitenden entscheidet, sondern deren wirksamer Einsatz. 

Eine ebenfalls wichtige Kennzahl ist die Produktivität: Wieviel Umsatz generieren Sie pro Mitarbeiter? Das hört sich technokratisch an, ist aber tatsächlich für die Unternehmensführung und Steuerung relevant!

Um die Produktivität zu steigern, müssen Sie z. B. Leerlauf und ineffiziente Abläufe identifizieren. Sind Aufgaben sinnvoll verteilt? Wird vorhandene Kapazität optimal genutzt? Können digitale Lösungen gezielt entlasten? Wo gibt es „Reibungsverluste“ oder Doppelarbeit?

 

Wie steigert man den Umsatz einer Arztpraxis?

Viele Praxen steigern den Umsatz über mehr Arbeit. Doch dieser Ansatz hat Grenzen. Mehr Arbeit ist nicht automatisch die wirtschaftlich beste Lösung. Denn: Im GKV-Bereich wird Mehrarbeit nicht (oder nicht vollständig) bezahlt. 

Ein oft unterschätzter Hebel liegt in der Abrechnung. Das bedeutet: Streben Sie nicht nach mehr Leistung, sondern nach vollständiger und korrekter Vergütung der erbrachten Leistungen. Abrechnungsoptimierung ist das Gebot der Stunde!

Die Praxisberatung im Virchowbund klärt z. B. gemeinsam mit Ihnen: Werden alle Leistungen vollständig und korrekt abgerechnet? Werden die Grenzen der Honorierung berücksichtigt? Welche Leistungen werden extrabudgetär vergütet? Wie wirkt das Spargesetz auf Ihr persönliches Leistungs- und Abrechnungsspektrum?

Die Erfahrung aus unserer Abrechnungsberatung zeigt: Fast jede Praxis lässt sowohl beim EBM als auch bei der GOÄ Geld liegen.

Sie wollen wissen, wie Sie auf die drohenden Honorareinbußen des GKV-Spargesetzes reagieren können? Hier haben wir sechs konkrete Handlungsoptionen für Ihre Arztpraxis zusammengestellt.

Wie sorgen Sie für Liquidität?

Auch eine rentable Praxis kann in Schwierigkeiten geraten, wenn Einnahmen und Ausgaben zeitlich nicht zusammenpassen.

Deshalb gehört die Liquidität zu den wichtigsten Steuerungsgrößen. Planen Sie aktiv mit Ihren Einnahmen und Ausgaben: Wann erhalten Sie KV-Zahlungen? Wann sind die Steuern fällig? Größere Investitionen sollten Sie so planen, dass Sie nicht Gefahr laufen, durch andere Zahlungsverpflichtungen kurzfristig ins Minus zu rutschen. 

Damit das funktioniert, brauchen Sie nicht nur den Blick auf den aktuellen Kontostand. Sie sollten auch jederzeit wissen, welche Forderungen noch offen sind und welche Zahlungen demnächst anstehen. Auch hier helfen Kennzahlen!

Virchowbund-Tipp: Lassen Sie sich nicht von Ihrem Jahresüberschuss in falscher Sicherheit wiegen. Die Zahlungsfähigkeit entscheidet im Alltag. Unsere Praxisinfo Nr. 31 „Liquidität in der Arztpraxis“ gibt Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Liquidität im Blick behalten und steigern können.

Hier finden Sie unsere Praxisinfos für die Arztpraxis.

Welche Honorarkürzungen für Arztpraxen ab 2027 drohen und was Sie tun können, um Verluste zu vermeiden, darüber informieren wir am 29.07.2026 im Webinar.

 

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So sollten Sie vorgehen

Die meisten Informationen, die Sie zur wirtschaftlichen Steuerung Ihrer Arztpraxis benötigen, haben Sie bereits, zum Beispiel in Ihrer BWA. Sie müssen die Zahlen nur zusammenführen. 

Übersichtliche Dashboards lassen sich heute schnell programmieren. Es gibt auch praxistaugliche Angebote, die nach der Einrichtung (die einfacher ist als gedacht!) auf einem Blick alle Zahlen zeigen, die relevant sind. Auf Knopfdruck und in Echtzeit. Zum Start reicht aber oft auch eine Excel-Tabelle.

Virchowbund-Tipp: Sobald Sie einen Überblick über Ihre Rentabilität und Liquidität haben und Ihre Personalkostenquote kennen, definieren Sie Zielwerte. Führen Sie einen regelmäßigen Soll-Ist-Abgleich durch. Holen Sie sich dabei Hilfe aus der Virchowbund-Praxisberatung.

Mit dem klaren Blick auf Ihrebetriebswirtschaftlichen Kennzahlen, können Sie unternehmerische Entscheidungen besser treffen. Risiken und Chancen werden transparenter. Sie können aktiv daran arbeiten, Ihre Praxis wirtschaftlich erfolgreicher zu machen.

Noch mehr Wissen dazu geben wir auf unseren Infoseiten

 

Weitere Tipps zur wirtschaftlichen Praxisführung erhalten Sie in unseren Webinaren für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Sie sind bereits Mitglied im Virchowbund? Nutzen Sie die kostenfreie, individuelle Rechtsberatung und Praxisberatung für Mitglieder im Virchowbund.

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