Tarifverträge für Ärzte

Hier finden Sie aktuelle Entgelttabellen für angestellte Ärzte und Ärztinnen zum Download. Außerdem erklären wir, wann die Tarifverträge gelten und wieviel angestellte Ärzte verdienen können, wenn sie sich für den ambulanten Sektor entscheiden.

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Tarifverträge kennen viele Ärzte aus dem Krankenhaus. Im ambulanten Bereich gibt es keine Tarifbindung für angestellte Ärzte und Ärztinnen. Nur für Medizinische Fachangestellte existiert ein Tarifvertrag MFA. Doch selbst dieser gilt nicht automatisch in allen Praxen, sondern nur dann, wenn dies im Arbeitsvertrag ausdrücklich vereinbart wurde.

Aber auch angestellte Ärzte im ambulanten Bereich orientieren sich bei ihren Gehaltsvorstellungen an den Entgeltgruppen und Stufen des TV-Ärzte. Die Tarife der Kliniken und des öffentlichen Dienstes sind deshalb auch für angestellte Ärzte und Praxisinhaber relevant.

 

Welche Tarifverträge für Ärzte gibt es?

Für Krankenhäuser in öffentlicher Hand gilt je nach Arbeitgeber:

  • Tarifvertrag für Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL)
  • Tarifvertrag für Kommunale Krankenhäuser (TV-Ärzte VKA)

Für Ärzte und Ärztinnen im öffentlichen Dienst, die nicht an einer kommunalen Klinik oder einer Uniklinik arbeiten, werden normalerweise die Tarifverträge TVöD (Bundesdienst) und TV-L (Landesdienst, ohne Universitätskliniken) angewendet. Sie werden von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder verhandelt.

Hinzu kommen die Verträge für die großen privaten Kliniken mit der Gewerkschaft Marburger Bund:

  • HELIOS
  • Asklepios
  • Damp
  • KMG
  • Rhön
  • Sana

Daneben gibt es noch weitere, kleinere Tarifverträge und ergänzende Verträge zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung.

Wie viel verdient man als angestellter Arzt?

Das Gehalt als angestellter Arzt lässt sich aus den entsprechenden Gehaltstabellen der Tarifverträge ablesen. Die Vereinbarungen zum Gehalt sind nach Berufsgruppen bzw. Tätigkeit und Stufen gegliedert. Üblich ist eine Einteilung in Assistenzarzt, Facharzt und Oberarzt sowie leitender Arzt oder Chefarzt. Letzterer wird aber auch oft außertariflich bezahlt.

 

TV-Ärzte: TdL

Nach dem TV-Ärzte der Uniklinken 2021 verdient man mit einjähriger Berufserfahrung rund 4.840 Euro (Ä1, Stufe 1). Ein Facharzt mit einer Berufserfahrung von 4 Jahren hat Anspruch auf ein Entgelt von etwa 6.920 Euro brutto pro Monat (Ä2, Stufe 2). Fachärzte mit längerer Berufserfahrung werden nach Stufe 3 (7. Jahr) bis 6 (13. Jahr) entlohnt. Die Entgeltgruppen 3 und 4 sind Oberärzten bzw. leitenden Oberärzten vorbehalten.

 

EntgeltgruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
Ä14.841,955.116,405.312,435.652,246.057,346.215,35
Ä26.390,606.926,427.396,907.661,277.805,408.004,59
Ä38.004,598.475,079.148,09   
Ä49.416,0310.089,0410.624,85   

 

TV-Ärzte: VKA

Angestellte der kommunalen Krankenhäuser (TV-Ärzte/VKA) erhalten mit einjähriger Berufserfahrung eine Vergütung von etwa 4.690 Euro gemäß Tätigkeitsgruppe 1. Fachärzte mit größerer Berufserfahrung erhalten entsprechend Tätigkeitsgruppe 2 bereits deutlich über 6.000 Euro Entgelt. Die Stufenlaufzeit beträgt in Tätigkeitsgruppe I 1 Jahr, in den Gruppen II, III und IV 2-3 Jahre.

Sowohl die Gehälter als auch die Zuordnungen zu den Entgeltgruppen ähneln den Tarifen der Unikliniken.

 

TätigkeitsgruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
I4.694,754.960,895.150,945.480,395.873,216.034,78
II6.196,326.715,857.172,037.438,157.697,887.957,64
III7.761,278.217,438.870,03   
IV9.129,749.782,39    

 

Tarifvertrag TVöD Bund

Nach TVöD Bund verdient man im Jahr 2021 mit einjähriger Berufserfahrung rund 4.400 Euro. Ein Facharzt mit einer Berufserfahrung von 5 Jahren hat Anspruch auf ein Entgelt von etwa 6.090 Euro brutto pro Monat. Das Gehalt im öffentlichen Dienst ist damit etwas niedriger.

Was wird in Tarifverträgen geregelt?

Neben dem Gehalt (Tariflohn) enthalten die Verträge auch noch Regelungen zu:

  • Wöchentliche Arbeitszeit bzw. tägliche Arbeitszeit
  • Überstunden
  • Dienste, z. B. Bereitschaftsdienst
  • freie Wochenenden
  • Arbeitsbedingungen
  • Kündigungsfristen
  • Zusatzleistungen, z. B. Anspruch auf Sonderzahlungen
  • Teilzeitarbeit
  • Urlaub

Tarifverträge sind dabei ähnlich gestaltet wie Arbeitsverträge. Üblicherweise sind sie allerdings sehr viel umfangreicher und enthalten viele Regelungen, die dann in den individuellen Verträgen nicht mehr festgeschrieben werden.

Gehaltschancen von angestellten Ärzten im ambulanten Bereich

Für angestellte Ärzte im ambulanten Bereich gilt der Tarifvertrag in der Regel nur dann, wenn sie die Tarifbindung im Arbeitsvertrag vereinbaren. Häufig orientieren sich die Arbeitsverträge z. B. in einem MVZ oder einer Berufsausübungsgemeinschaft aber am tariflichen Entgelt im öffentlichen Dienst (TVöD).

Laut einer Umfrage der ApoBank (2021) verdienen angestellte Ärzte je nach Fachgruppe durchschnittlich 65.000 bis 102.600 Euro jährlich. Kommen dazu noch Umsatzbeteiligungen, erhöht sich das Gehalt auf rund 110.000 bis 130.000 Euro. Angestellte Ärztinnen erhalten im Durchschnitt 18 Prozent weniger Gehalt. Praxisinhaber gehen dagegen im Schnitt mit 170.000 bis 190.000 Euro nach Hause.

Ein Muster für einen Arbeitsvertrag für angestellte Ärzte können Sie am Seitenende herunterladen, wenn Sie bereits Mitglied im Virchowbund sind. Außerdem beantwortet unsere Praxisinfo „Assistent/angestellter Arzt in der Vertragsarztpraxis“ viele Fragen zum Arbeitsverhältnis. Mehr zum Thema Arbeitsrecht in der Arztpraxis finden Sie auch in unserem Praxisärzte-Blog.

Haben Sie noch Fragen oder sind bei manchen Punkten unsicher? Unsere Rechtsberatung hilft Ihnen gerne weiter. Für Mitglieder des Virchowbundes ist sie kostenlos.

Andrea Schannath
Rechtsberatung

Angestellt im MVZ arbeiten

Die große Mehrheit der ambulant angestellten Ärzte und Ärztinnen arbeitet in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Was die Arbeit dort im Vergleich zur Gemeinschaftspraxis so besonders macht, erklären wir Ihnen im Beitrag „Arbeiten im MVZ“.

 

Verdienen Niedergelassene besser?

Das Gehalt für angestellte Ärzte lässt sich anhand der Entgelttabellen einfach kalkulieren. Es ist aber deutlich schwieriger, über das Einkommen von Praxisinhabern verlässliche Aussagen zu machen. Hier spielen diverse Faktoren eine Rolle – nicht zuletzt die Fachrichtung der Praxis. Viele Eigentümer erreichen Gewinne, die deutlich über den Tarifgehältern liegen.

Ob sich eine Praxisgründung lohnt, hängt aber nicht nur von finanziellen Aspekten ab. Die Niederlassung bietet noch ganz andere Vorteile, zum Beispiel mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeit und damit eine bessere Work-Life-Balance.

Von der Klinik als angestellte Ärztin in eine Praxis zu wechseln, war die beste Entscheidung. Ich habe jetzt mehr Zeit für meine beiden Töchter. Auch meine Weiterbildung war umfangreicher. Die medizinische Bandbreite ist im ambulanten Bereich höher.

Dr. Johanna Todorovic
Angestellte Ärztin
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