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Privatpraxis gründen
Sie wollen sich mit einer Privatpraxis selbstständig machen? Oder fragen Sie sich, welche rechtlichen Voraussetzungen beim Betrieb einer Privatpraxis beachtet werden müssen? Wir beantworten Ihre Fragen rund um das Thema Selbstständigkeit mit einer Privatpraxis.
Für die Gründung einer ärztlichen Privatpraxis brauchen Sie keine Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Dank der Niederlassungsfreiheit dürfen Sie auch selbst entscheiden, wo Sie tätig werden wollen. Notwendig ist nur die ärztliche Approbation und eine Meldung bei der zuständigen Landesärztekammer. Sinnvoll ist außerdem eine umfassende wirtschaftliche und rechtliche Beratung vor der Gründung einer Privatpraxis, etwa beim Virchowbund.
Downloads für die Praxisgründung aus der Virchowbund-Praxisberatung
Wie unterscheiden sich Privatärzte und Vertragsärzte?
Vertragsärzte rechnen Leistungen für gesetzlich Versicherte über die KV nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab. Privatärzte rechnen ihre Leistungen dagegen direkt mit ihren Patientinnen und Patienten auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Wie EBM und GOÄ funktionieren, erfahren Sie in dieser Übersicht zum Vergütungs-System.
Auch in der Praxisorganisation bestehen Unterschiede: Vertragsärzte übernehmen einen Versorgungsauftrag und müssen verschiedene Vorgaben des vertragsärztlichen Systems erfüllen. Privatärzte arbeiten außerhalb des KV-Systems und müssen z. B. keine Mindest-Sprechstunden erfüllen. Die einzige Ausnahme: Auch niedergelassene Privatärztinnen und -ärzte können zu einer Teilnahme am ärztlichen Notdienst verpflichtet werden.
Wenn Sie lieber als angestellter Arzt im ambulanten Bereich arbeiten möchten oder sich als Vertragsarzt niederlassen möchten, wechseln Sie zu den Themen Angestellter Arzt und Niederlassung und Zulassung als Vertragsarzt beantragen.
Lohnt sich die Gründung einer Privatpraxis?
Für viele Ärztinnen und Ärzte lautet die Antwort: Ja. Eine Privatpraxis bietet die Möglichkeit, unabhängiger zu arbeiten, mehr Zeit für einzelne Patienten einzuplanen und Ihre Praxisorganisation flexibler zu gestalten. Gleichzeitig ist keine vertragsärztliche Zulassung erforderlich, was den Weg in die Selbstständigkeit erleichtert.
Aber: Ob sich eine Privatpraxis auch wirtschaftlich lohnt, ist eine andere Sache. Entscheidend sind hier das Praxiskonzept, der Standort, die Nachfrage und das Leistungsangebot.

Nur wer diese Faktoren realistisch bewertet, kann seine Praxisgründung sorgfältig vorbereiten. Lassen Sie sich vor einer Gründung also umfassend finanziell und rechtlich beraten durch den Virchowbund.
Eine Praxisgründung ohne tragfähigen Businessplan ist ein großes wirtschaftliches Risiko. Beim Virchowbund erhalten Sie unabhängige und professionelle Beratung im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft. Anders als Banken, freie Praxisberater und KVen kann der Virchowbund Sie frei von Interessenskonflikten beraten. Vereinbaren Sie hier Ihren Beratungstermin.
Jetzt anmelden
Am 2. September um 18:00 Uhr zeigen wir Ihnen im Webinar „Betriebswirtschaft für Ärzte: der individuelle Businessplan für die Arztpraxis“, wie Sie einen Businessplan erstellen und wie Sie Kosten und Einnahmen realistisch kalkulieren. Holen Sie sich das nötige Wissen, um Ihre Arztpraxis profitabel zu machen von den Experten aus der Virchowbund-Praxisberatung.
Die Anmeldung ist für alle Mitglieder im Virchowbund möglich und kostenlos.

Vorteile und Nachteile einer Privatpraxis vs. Kassenpraxis
Viele Ärztinnen und Ärzte in Privatpraxen schätzen die größere zeitliche Freiheit, den geringeren bürokratischen Aufwand und die größere therapeutische Gestaltungsfreiheit. Dokumentations-, Berichts- und Nachweispflichten sind meist weniger umfangreich als im vertragsärztlichen Bereich. Auch Themen wie Regresse oder Honorarrückforderungen spielen keine Rolle.
Dem stehen jedoch einige Nachteile gegenüber. Eine Privatpraxis hat oft eine höhere Kostenstruktur und funktioniert nicht an jedem Standort. Die Standortwahl ist deshalb einer der entscheidensten Erfolgsfaktoren für das Gelingen einer Privatpraxis.
Eine Kassen- bzw. Vertragsarztpraxis bietet dagegen ein vergleichsweise kalkulierbares Einkommen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Zudem müssen Vertragsärzte in der Regel weniger in Marketing und Patientenakquise investieren, da die Nachfrage nach kassenärztlichen Leistungen vielerorts hoch ist.
Auf der anderen Seite sind Vertragsärzte an zahlreiche Vorgaben gebunden. Der bürokratische Aufwand ist hoch, die Abrechnung komplex und die wirtschaftlichen Spielräume begrenzt.
Die Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen einer Privatpraxis vs. einer Praxis für Vertragsärzte ist allein zu kurz gedacht. Die entscheidende Frage lautet nicht: Welche Praxisform ist besser? Sondern: Wie möchte ich als Ärztin oder Arzt künftig arbeiten?
Wer klare Vorstellungen von seinem beruflichen Alltag, seinen wirtschaftlichen Zielen und seinem gewünschten Maß an freiberuflichem Arbeiten hat, kann anschließend prüfen, welches Modell am besten dazu passt. Die Beratung für Ärzte im Virchowbund hilft Ihnen, diese Fragen solide zu klären.
Wie funktioniert die Abrechnung in einer Privatpraxis?
Um direkt mit privat versicherten Patienten oder Selbstzahlern abzurechnen, wird die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) genutzt. Die GOÄ legt Mindest- und Höchstsätze für jede Leistung fest. Der Schwellenwert (2,3-facher Gebührensatz) bildet als Mittelwert die durchschnittliche Leistung ab. Überdurchschnittlich schwierige Leistungen werden über dem Schwellenwert und unterdurchschnittlich aufwändige Leistungen unter dem Schwellenwert abgerechnet.
Bei der GOÄ-Abrechnung gibt es keine Mengenbeschränkungen und keine Budgets. Es gibt allerdings Ausschlüsse, welche GOÄ-Ziffern nicht gemeinsam abgerechnet werden dürfen. Die Abrechnung ist insgesamt für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte einfacher, da Privatpatienten ihre Leistungen zunächst selbst an den behandelnden Arzt zahlen.
Lesen Sie hier weiter:
- Selbstzahler abrechnen
- GOÄ richtig steigern
- GOÄ-Rechnungen erstellen
- Abrechnungstipps für einzelne GOÄ-Ziffern im Praxisärzte-Blog
Wie finde ich einen geeigneten Praxisstandort?
Die Wahl des Standortes gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei einer Praxisgründung. Neben Ihren persönlichen und beruflichen Zielen sollten Sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgfältig prüfen. Die Bevölkerungsstruktur vor Ort, die Kaufkraft der Zielgruppe, die Zahl potenzieller Patienten und auch die Konkurrenzsituation in der Umgebung spielen eine große Rolle. Die Praxisberatung im Virchowbund hilft Ihnen mit einer Standort- und Konkurrenzanalyse Ihre Umsatzpotenziale zu erkennen.
Ob sich ein Praxisstandort eignet, sollten Sie auch aus der Sicht potenzieller Patienten beurteilen. Warum kommen Patienten gerade in diese Praxis? Mögliche Gründe sind:
- geringe Wartezeiten
- fehlende Alternativen
- medizinisch gute Versorgung
- besonderes Leistungsspektrum
- gute Verkehrsanbindung und/oder Parkmöglichkeiten
- freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter
- freundliche, aufgeschlossene Ärzte
- moderne und geräuscharme Praxis
Räumlichkeiten nicht vergessen
Auch wer nur rein privatärztlich tätig ist, muss sich in einer Praxis niederlassen. Um sich niederzulassen, können Sie eine bestehende Praxis übernehmen oder eine neue Praxis gründen. Die Vor- und Nachteile zur Praxisübernahme und zur Neugründung finden Sie hier.
Ob Privat- oder Kassenpraxis: Die Praxisräume müssen dieselben gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen. Hier klären wir Sie auf, wie Ihre Praxisräume aussehen müssen.
Nutzen Sie als Virchowbund-Mitglied auch unsere Musterverträge zur Praxisübernahme, zur Anstellung von Praxispersonal und den Praxis-Mietvertrag. Unsere Rechtsberatung berät Sie im Detail zu den Klauseln, die speziell für Ärztinnen und Ärzte wichtig ist.
Wie teuer ist die Gründung einer Privatpraxis?
Beim Praxiskauf müssen Sie zum Start Ihrer Arzttätigkeit eine große Summe für den Kaufpreis und die Nebenkosten investieren. In den meisten Fällen müssen Sie dafür einen Kredit aufnehmen und in den folgenden Jahren abbezahlen. Im Schnitt zahlen Hausärzte bis zu 150.000 Euro für die eigene Praxis, Gynäkologen rund 200.000 Euro, Orthopäden sogar 350.000 Euro (Quelle: ApoBank und Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung).
Zum Kaufpreis (materieller plus ideeller Wert) kommen noch Kosten für Investitionen in Renovierungsarbeiten, Geräte, IT-Systeme etc. Die weiteren Investitionen betragen bei einer Einzelpraxis im Schnitt rund 78.000 Euro. Die Praxisberatung im Virchowbund hilft Ihnen, den Finanzierungsbedarf zu klären und Ihre Investitionskosten zu planen.
Lesen Sie mehr zum Praxiswert unter Praxisübernahme.
Entscheiden Sie sich, Praxisräume zu mieten, fällt die Anfangsinvestition kleiner aus. Sie müssen unter Umständen noch Geld in die Renovierung und Ausstattung stecken. Dafür zahlen Sie monatlich die Miete.
Achtung: Eine Arztpraxis ist eine Gewerbeimmobilie. Für gewerblich genutzte Räume gelten speziell im Mietrecht andere Vorschriften als für Wohnräume. Das kann ein Vorteil sein, weil es Sie flexibler macht. Es kann aber auch zum Nachteil sein, wenn Sie auf wichtige Klauseln wie den Kündigungsschutz und die Laufzeit vergessen.
Darum sollten Sie nach Möglichkeit immer den Praxismietvertrag nutzen, den der Virchowbund speziell für niedergelassene Ärzte entwickelt hat.
Welche Meldepflichten muss eine Privatpraxis erfüllen?
Wenn Sie sich niederlassen, müssen Sie das bei folgenden Stellen melden:
- der zuständigen Ärztekammer
- dem zuständigen Gesundheitsamt (in der Regel vor oder unmittelbar nach der Praxiseröffnung)
- dem Finanzamt (dass Sie als Freiberufler tätig sind)
Mehr zu den Meldepflichten an das Gesundheitsamt lesen Sie im Praxisärzte-Blog.
Wenn Sie Praxispersonal beschäftigen muss außerdem gemeldet werden:
- die Betriebsnummernstelle an die Agentur für Arbeit
- die Mitarbeitenden an die Gesetzliche Krankenversicherung und die Berufsgenosschenschaft (für nichtstaatliche medizinische Berufe ist das die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW))
- geringfügig Beschäftigte an die Minijob-Zentrale
Welche Versicherungen sind wichtig beim Gründen einer Privatpraxis?
Auch für Ärztinnen und Ärzte mit einer Privatpraxis gilt: Die Berufshaftpflichtversicherung ist Pflicht. Diese Versicherung deckt Schäden Dritter ab, die im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit durch Sie oder Ihre Mitarbeitenden entstehen können. Sie soll Sie auch gegen Schadensersatzforderungen von Patienten oder deren Angehörigen absichern.
Lesen Sie hier, was Sie zur Berufshaftpflichtversicherung wissen sollten.
Wie finden Sie die richtige Versicherung?
Um Versicherungen auszuwählen, ist es sinnvoll, nacheinander jeden einzelnen Bereich in den Fokus zu nehmen, den Sie für Ihre Arbeit brauchen. Denken Sie zunächst an sich als Person. Welche Risiken haben Sie, die Ihre Arbeit beeinträchtigen können? Versicherungen können aber auch Schäden an Ihrem Praxisinventar abfangen, z. B. an Untersuchungsgeräten oder Möbeln.
Optimaler Schutz bedeutet nicht nur, die nötigen Versicherungen zu haben, sondern auch unnötige Versicherungen nicht zu haben und damit unnötige Kosten zu vermeiden. Generell empfiehlt sich eine seriöse Fachberatung, damit Sie allein nicht den Überblick verlieren und die eigenen blinden Flecken ausgeleuchtet werden.
Welche Versicherungen sinnvoll sind und wie Sie passende Versicherungen auswählen, erfahren Sie in unserer Übersicht „Gut versichert als Arzt in der Praxis”.
Marketingstrategien für neue Privatpraxen
Eine Privatpraxis lebt von ihrem Standortvorteil und einer gut funktionierenden Patientenakquise. Ein erfolgreiches Praxismarketing umfasst deshalb mehr als nur Werbung: Auch Servicequalität, ein seriöses Auftreten oder das Patientenerlebnis prägen die Wahrnehmung der Praxis. Wichtige Grundlagen, um Reputation aufzubauen und neue Patienten zu gewinnen, können sein:
- eine einheitliche Corporate Identity, die das Selbstbild der Praxis nach außen stärkt (z. B. durch einheitlichen Auftritt via Webseite, Praxisschild, Briefpapier oder Arbeitskleidung)
- eine professionelle Praxishomepage
- das proaktive Einsammeln von guten Bewertungen zufriedener Patienten auf Arztbewertungsportalen
- ein gutes Netzwerk an Zuweiser-Praxen im Umfeld
Wichtig ist: Als Praxisinhaber sollten Sie immer systematisch denken. Alle Maßnahmen sollten miteinander verzahnt sein und genau auf Ihre Zielgruppe abgestimmt sein. Außerdem müssen Sie sich an Werberegeln halten, z. B. das Heilmittelwerbegesetz (HWG). Welche strengen Regeln für Ärzte bei allen Marketingmaßnahmen gelten, lesen Sie in unserer Übersicht zum Praxismarketing. Lassen Sie Ihre geplanten Werbemaßnahmen im Vorfeld von der Virchowbund-Rechtsberatung prüfen und abonnieren Sie den Virchowbund-Newsletter für rechtliche Updates.
Nach der Gründung: Privatpraxis wirtschaftlich weiterentwickeln
Mehr noch als eine vertragsärztliche Praxis ist eine Privatpraxis darauf angewiesen, Patienten zu gewinnen und zu halten. Das Praxismarketing spielt daher eine besondere Rolle für eine erfolgreiche Privatpraxis.
Darüber hinaus gilt es, die Praxisorganisation und -führung stets weiterzuentwickeln und anzupassen. Auch in dieser Phase kann der Virchowbund Ihnen zur Seite stehen: mit persönlicher Beratung, Vorlagen und Verträgen und vielen konkreten Tipps. Klicken Sie hier, um zu erfahren, wie Sie Ihre Praxis ausbauen können.
Eine eigene Praxis zu gründen konfrontiert Ärzte mit vielen komplexen rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen.
Damit Sie nicht den Überblick verlieren, steht Ihnen der Virchowbund als Experte für die Niederlassung vom allerersten Tag bis zur Praxisabgabe zur Seite: mit kostenloser persönlicher Beratung, Musterverträgen, Praxisinfos zu allen wichtigen Themen aus Arbeitsrecht, Praxismanagement, Betriebswirtschaft & Co. und vielen weiteren Services.





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