Das erste Jahr in der Niederlassung

Die Niederlassung ist erst der Anfang. Diese Aufgaben warten auf Sie im ersten Jahr als Vertragsarzt.

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Die Niederlassung und die Gründung einer eigenen Praxis sind Meilensteine im Leben. Doch auch danach kommt viel Neues auf frisch niedergelassene Ärzte zu mit den Themen Personalführung, Betriebswirtschaft, Steuern und Abrechnung. Außerdem bieten sich diverse Möglichkeiten, die Praxis weiter auszubauen und mit Kollegen zusammenzuarbeiten.

Die erste Zeit als frisch niedergelassene Ärztin war besonders herausfordernd. Doch jetzt bekomme ich Job, Familie und Freunde besser unter einen Hut als in der Klinik.

 

Dr. Nicole Mattern
Niedergelassene Gynäkologin, Mitglied im Virchowbund

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Finanzen und Steuern

Gerade im ersten Jahr sollten Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Arztpraxis genau im Blick behalten. Idealerweise haben Sie vor der Praxisgründung einen Businessplan erstellt. Der Businessplan ist die Grundlage Ihrer wirtschaftlichen Planung für die ersten 1—3 Jahre.

Laut Apobank erzielen allgemeinmedizinischen Einzelpraxen schon im ersten Jahr nach der Niederlassung durchschnittliche Einnahmen über 334.000 Euro. 2 von 3 Praxisinhabern erwirtschaften mehr Überschuss als das Bruttogehalt eines Oberarztes. Sie haben es selbst in der Hand, wie erfolgreich Ihre Praxis läuft!

Für angestellte Ärzte wird die Lohnsteuer automatisch vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Selbstständige dagegen müssen sich selbst um die Steuerzahlung kümmern. Dazu gehören neben der Steuererklärung auch die Einkommensteuer-Voranmeldung sowie diverse Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten.

Innerhalb des 1. Monats als Selbstständiger müssen Sie sich bei Ihrem Wohnsitz-Finanzamt steuerlich anmelden und den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen. Dort müssen Sie u. a. den voraussichtlichen Gewinn der Praxis angeben.

Je genauer Sie aus Ihrem Businessplan wissen, wieviel Gewinn Ihre Arztpraxis erzielen wird, desto genauer können Sie Ihre Steuerlast abschätzen. Als Praxisinhaber müssen Sie einmal im Quartal Vorauszahlungen zur Einkommens- und Kirchensteuer leisten. Ist Ihre Gewinnschätzung zu niedrig, drohen später Nachforderungen.

Vorsicht Steuerfalle

Im 2. oder 3. Jahr schlägt das Finanzamt zu: Sie erhalten Ihren Steuerbescheid mit der fälligen Nachzahlung. Gleichzeitig werden Vorauszahlungen für die nächsten beiden Jahre fällig. Viele Praxisgründer bringt das in finanzielle Schwierigkeiten.

Um Stress mit der Bank zu vermeiden, sollten Sie von Beginn an rund 30 Prozent Ihres Gewinns als Reserve zur Seite legen. Was Sie zusätzlich tun können, um zahlungsfähig zu bleiben, zeigt die Praxisinfo „Liquidität in der Arztpraxis“. Laden Sie die Praxisinfo am Seitenende herunter.

Denken Sie daran, in den ersten Jahren nicht nur den Praxiskredit abzubezahlen, sondern auch etwas für die Altersvorsorge anzusparen. Zusätzliche Versicherungen können hilfreich sein, z. B. gegen Berufsunfähigkeit und eine private Krankentagegeldversicherung, die im Krankheitsfall Ihr Einkommen aus der Praxis ersetzt.

    Besonders günstige Konditionen für Praxisärzte erhalten Sie über die Versicherungen der Ecclesia Med exklusiv für Mitglieder des Virchowbundes. Hier erfahren Sie mehr über die Versicherungen.

    Tauchen Sie tiefer ein:

    Abrechnung

    Wenn Sie als Vertragsarzt tätig sind, erhalten Sie Ihr Honorar nicht direkt von den Patienten, sondern von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Dafür müssen Sie zu Quartalsbeginn die Abrechnung des vorigen Quartals einreichen.

    Doch keine Sorge: Sie erhalten schon vorab monatsweise Anteile am Honorar. Das ist besonders im ersten Jahr der eigenen Praxis wichtig, wenn Sie noch keine Rücklagen gebildet haben.

    Viele junge Ärzte sorgen sich wegen Regressen. Diese Sorge ist in den allermeisten Fällen unbegründet. Höhere Fallwerte und Patientenzahlen lassen sich z. B. oft durch Praxisbesonderheiten erklären. Ich berate Sie gern.

     

    Andrea Schannath
    Rechtsberatung

    Bei Privatpatienten und Selbstzahlern dürfen Sie Rechnungen nach der GOÄ stellen. Welche Formvorschriften Sie dabei beachten müssen und wie Sie mit Patienten umgehen, die nicht zahlen, erfahren Sie in eigenen Beiträgen:

    Personalführung

    Als Praxisinhaber sind Sie auch Chef – das bringt viel Verantwortung mit sich. Ihre Angestellten wollen pünktlich ihr Gehalt; Dienstpläne, Urlaubsplanung und Krankmeldungen fordern Ihre Flexibilität.

    Ein gut eingespieltes Team ist die Basis für Ihren wirtschaftlichen Erfolg. Auch das verlangt aktiven Einsatz. Teammeetings, Mitarbeitergespräche und Fortbildungen gehören zu moderner Mitarbeiterführung dazu. In unseren Webinaren und im Praxisärzte-Blog finden Sie regelmäßig Tipps zur Personalführung.

    Vom Arbeitsvertrag bis zur Abmahnung und Kündigung erhalten Sie im Virchowbund alle wichtigen Vertragsvorlagen zur Personalverwaltung. Unsere Praxisinfos erklären wichtige Aspekte des Arbeitsrechts. Und unsere Rechtsberatung ist bei konkreten Fragen immer für Sie da.

     

    Kathrin Schröder
    Mitgliederservice

    Praxisorganisation

    Als Vertragsarzt mit voller Zulassung müssen Sie mindestens 25 Sprechstunden anbieten. Je nachdem, welcher Fachgruppe Sie angehören, 5 davon als offene Sprechstunde.
    Abgesehen davon sind Sie in vielen Aspekten flexibel bei der Terminplanung und der Gestaltung Ihrer Sprechstunden. Bei Krankheit, Urlaub oder Fortbildung müssen Sie für eine Vertretung sorgen.

    Erfahren Sie mehr unter:

    Praxis ausbauen

    Als Unternehmer sind Sie in den kommenden Jahren daran interessiert, Ihre Praxis auszubauen und weiterzuentwickeln. Dabei hilft es, Kennzahlen zu haben, auf deren Basis Sie sich mit anderen Praxen vergleichen können. Eine saubere Buchhaltung und effektives Controlling sind die Voraussetzung dafür.

    Ihre Möglichkeiten zur Entwicklung der Praxis sind vielfältig. Sie können z. B. mithilfe von Praxismarketing und speziellen Leistungen neue Patientengruppen erschließen, Telemedizin anbieten und Aufgaben an MFA delegieren oder mit Betrieben und Altenheimen Kooperationsverträge schließen.

    Hier finden Sie weitere Anregungen:

     

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    Was Sie als angestellter Arzt und als Praxisinhaber über das Arbeitsrecht wissen sollten.

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