
Hitzeschutz in Arztpraxen: So schützen Sie Patienten und Personal an heißen Tagen
Ärztinnen, Ärzte und MFA sind in heißen Sommern doppelt belastet: durch mehr Patientinnen und Patienten und von der eigenen Hitzebelastung. Hier zeigen wir Ihnen, wie sich Hitzeschutz in der Praxis umsetzen lässt.
Die Anzahl heißer Tage in Deutschland nimmt stetig zu. Hitzeperioden werden Arztpraxen in Zukunft also immer öfter vor Herausforderungen stellen.
An besonders heißen Tagen sind Praxisinhaberinnen und -inhaber dann doppelt gefragt: Vulnerable Patienten müssen geschützt werden, genauso wie das eigene Praxispersonal.
Welche Patientinnen und Patienten sind bei Hitze gefährdet?
Risikopatienten sind u. a. ältere und chronisch erkrankte Menschen. Aber auch Personen mit bestimmten Medikamenten, Schwangere oder körperlich schwer arbeitende Menschen gelten als gefährdet.
Dazu kommen bestimmte Risikodiagnosen, beispielsweise Diabetes. Aber auch soziale Faktoren wie Wohnverhältnisse können wichtig sein.
Wie Sie vulnerable Patientengruppen identifizieren und präventiv erreichen, erfahren Sie am Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 in unserem Lunchbreak-Webinar „Hitzeschutz in der Patientenversorgung praktisch umsetzen“.
Wie gehe ich bei Hitze mit Risikopatienten um?
Potenziell gefährdete Menschen sollten in der Patientenakte gekennzeichnet werden. So achtet das Praxisteam sofort auf gefährdete Patienten und kann diese an der Anmeldung und in der Sprechstunde gezielt ansprechen.
Führen Sie eine hitzebezogene Kurzanamnese durch. Prüfen Sie auch, ob die Medikation angepasst werden muss. Einige Wirkstoffe haben Einfluss auf Volumenhaushalt, Kreislauf und Thermoregulation und wirken daher bei Hitze anders.
Welche Medikamente bei Hitze anders wirken und wie Sie die Medikation anpassen sollten, erfahren Sie am 11. Juni in unserem Lunchbreak-Webinar zum Thema Hitzeschutz.
Unser Referent Dr. Dirk Altrichter, Hausarzt in Nürnberg, führt in seiner Praxis regelmäßig Hitzeschutzberatungen mit Patienten durch und teilt seine Erfahrungen aus dem ärztlichen Alltag. Melden Sie sich hier an – auch ohne Virchowbund-Mitgliedschaft.
Sie können gefährdete Patienten auch über konkrete Verhaltensempfehlungen aufklären, z. B. die richtige Lagerung von Medikamenten oder Trink- und Ernährungshinweise. Im Idealfall legen Sie an besonders heißen Tagen die Sprechstunde für Ihre Risikopatienten in die kühleren Rand-Tageszeiten, zum Beispiel am frühen Morgen.
Übrigens: Die Beratung ist die häufigste abgerechnete Leistung in der Arztpraxis. Diese häufigen Fehler sollten Sie aber vermeiden, wenn Sie die ärztliche Beratung nach GOÄ abrechnen.
Wie können sich Arztpraxen auf Hitzetage vorbereiten?
Sie können auf unterschiedliche Arten gegen Hitze vorsorgen:
- Baulich: Gebäudedämmung, Verschattung (Jalousien, Sonnensegel), Klimaanlage, Lüftung
Weitere Ideen erhalten Sie auch in der Virchowbund-Checkliste „Nachhaltige Praxis“. - Geräte: mobile Klimaanlage, Ventilatoren, Trinkwasserspender
- Verhalten: z. B. Anpassung der Arbeitszeit und Pausen
Bei der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) finden Sie einen Musterhitzeschutzplan für ambulante Praxen zum Download. Dieser kann als erster Anlaufpunkt für die Erstellung eines eigenen Hitzeschutzplanes dienen. Klären Sie vorab, wer in Ihrem Praxisteam für die Vorbereitung und die regelmäßige Überprüfung zuständig ist.
Ein vorbereiteter Plan spart vor anstehenden Hitzewellen wertvolle Zeit. Das gilt auch für andere extreme Ereignisse, wie Brände, Unfälle oder Stichverletzungen. Beim Virchowbund finden Sie Tipps und einen Notfallplan für die Arztpraxis zum Download.
Der Deutsche Wetterdienst bietet außerdem einen Newsletter für Hitzewarnungen an. Der Newsletter kann für einzelne Städte und Landkreise aktiviert werden.
Informieren Sie sich auch über die lokalen Hitzeschutzpläne vor Ort und beziehen Sie diese bei Bedarf in Ihre eigene Planung ein. Die Stadt Berlin bietet z. B. eine Karte mit öffentlichen Trinkwasserbrunnen oder eine Karte, in der schattige, kühle und windige Orte identifiziert werden können.
Wie schütze ich mein Praxisteam vor Hitze?
Schon einfache Maßnahmen helfen, den Hitzestress in Ihrer Arztpraxis zu reduzieren. Halten Sie (gekühlte) Getränke bereit und achten Sie darauf, dass Sie für sich und Ihr Praxisteam regelmäßige (Trink-)Pausen einplanen.
Achten Sie auch bei Ihrem Praxispersonal auf körperliche Warnsignale, wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Fördern Sie eine offene Kommunikationskultur, in der Ihre Beschäftigten Beschwerden direkt ansprechen können.
Auch die Auswahl der Dienstkleidung kann einen Einfluss auf den persönlichen Hitzestress haben. Nutzen Sie bestenfalls atmungsaktive und luftdurchlässige Kleidung.
Praxisräume müssen gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen, einige Vorgaben regeln explizit auch die Temperaturen in Arbeitsräumen. Die Virchowbund-Praxisberatung klärt Sie auf, wie Ihre Praxisräume aussehen müssen.
Die vollständigen Infos zum Hitzeschutz in der Arztpraxis erhalten Sie in unserem Lunchbreak „Hitzeschutz in der Patientenversorgung praktisch umsetzen“.
Hier melden Sie sich für das Webinar am 11. Juni 2026 an – auch ohne Virchowbund-Mitgliedschaft.
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